Tagblatt Online, 08. Januar 2012 06:10:00
Langweilige Debatte in New Hampsire hilft Romney
Thomas J. Spang
(Bild: )
Erste Gedanken zur Debatte der republikanischen Präsidentschafts-Bewerber, die hier eben im St. Anslems College zu Ende ging.

Mitt Romney ging als Favorit der Primaries in New Hampshire am kommenden Dienstag in die Debatte und kommt genauso wieder heraus. Keiner seiner Rivalen brachte den Mumm auf, den Gouverneur herausfordern. Selbst Newt Gingrich nicht, dessen Freunde Romney in Werbespots hart für dessen skrupelloses Management bei Bain Capital angingen.
Stattdessen kämpften Ron Paul und Rick Santorum um den zweiten Platz in New Hampshire. Während Newt und Rick Perry bestenfalls die Begleitmusik spielten. Santorum ließ sich von Paul nicht aus der Reserve locken, versäumte es aber, den Wählern darzulegen, warum er die konservative Alternative zu Romney sein soll.
Ron Paul wird wegen seiner Sicherheitspolitik niemals die Nominierung erringen. Aber seine Präsenz auf der Bühne sorgt immer wieder für Kontroversen. Er zieht genügend Wähler an, die Vorwahlen hinauszuzögern.
Was Rick Perry nach seinem schwachen Abschneiden in Iowa noch in dem Rennen will, bleibt sein Geheimnis. Oder das seiner ehrgeizigen Ehefrau. In Manchester wies er mit seinem Versprechen, Truppen zurück in den Irak zu schicken, um eine Rückkehr Irans (!) zu verhindern, seine außenpolitische Ahnungslosigkeit nach. Weiss der Mann wovon er spricht.
Jon Huntsman bleibt nicht weniger ein Rätsel. Ein kluger Mann, der in der falschen Partei antritt. Seine Ideen sind auch hier in New Hampshire zu moderat, um eine Mehrheit zu finden. Leider. Vielleicht schafft er Dank der Unabhängigen einen Achtungserfolg.
Der Gewinner der Debatte ist einer, der nicht anwesend war: Präsident Barack Obama. Wenn die Kandidaten 15 Minuten über die hypothetische Frage philosophieren, ob die Bundesstaaten das Recht erhalten sollten, den Verkauf von Verhütungsmitteln zu unterbinden, machen sie sich selber irrelevant.
Fazit: Die Debatte hat nichts von dem gehalten, was sie versprach. 90 Minuten überflüssige Minuten, die alles andere als belebend waren. Mitt kam der Nominierung einen großen Schritt näher.
Wenngleich das Rennen noch nicht gelaufen ist. Santorum zieht groß Menschenmengen an. Am Samstag-Nachmittag in Hollis sprach der neue Liebling der Konservativen in einer historischen Scheune. Ein gutes Ergebnis in New Hampshire reicht dem Senator, zum Nicht-Romney aufzusteigen.
Letzte Umfragen sehen Romney in New Hampshire im Schnitt 21 Punkte vor seinen Verfolgern.
Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben