Tagblatt Online, 04. Januar 2012 19:46:00
Gottes Plan für Bachmann und Perry
Thomas J. Spang
(Bild: )
Rick Perry und Michele Bachmann wollen beide eine Stimme von oben gehört haben, die ihnen auftrug als Kandidaten für das Präsidentenamt anzutreten. Perry sprach mit Reportern im Juli über seinen göttlichen “Ruf” . Kurz vorher hatte der liebe Gott auch Bachmann ein Zeichen geschickt. Sie habe Gott gefragt, ob sie antreten solle, erklärte die Rechts-Populistin im Fernsehsender CBS. “Ich habe von Gott einen Fingerzeig bekommen.”
Die beiden müssen etwas falsch verstanden haben. Perry landete bei den Caucuses in Iowa auf dem vorletzten, Bachmann auf dem letzten Platz.

Perry fühlt sich weiterhin berufen. Ob er noch einmal mit “oben” Rücksprache hielt, bevor er am Mittag einen Twitter-Feed absetzte, verriet er nicht. Nur soviel: “Die nächste Etappe im Marathon ist der Palmetto-Staat.” Gemeint ist damit South Carolina, der erste Bundesstaat im Süden mit Vorwahlen. Hier haben die Fundis genauso viel Einfluss wie in Iowa.
Ein ordentlicher Lauf habe seinen Kopf frei gemacht. Immerhin. Vielleicht versteht der Cowboy-Kandiat aus Texas die göttlichen Eingebungen demnächst besser.
Wie Michele, die eine Nacht durchwachte, um ihre Bestimmung zu erkennen. Bis zum Schluss habe sie auf ein Wunder gehofft. Doch fünf Prozent reichen nicht einmal zur Gesichtswahrung. “Ich freue mich jetzt auf das nächste Kapitel in Gottes Plan”, meinte Bachmann, als sie am Mittwoch morgen in West Des Moines ihre Kandidatur für das Weiße Haus offiziell beendete. Gott sei Dank.
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