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Tagblatt Online, 05. Januar 2012 05:12:00

Fundi-Führer wollen Anti-Romney-Koalition

Thomas J. Spang

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(Bild: )

Santorum 2012

Die christliche Rechte will dem ungeliebten Mormonen Mitt Romney die Nominierung zum republikanischen Präsidentschafts-Kandidaten unter allen Umständen verweigern. Am kommenden Wochenende treffen sich einflussreiche Fundi-Führer auf der Ranch von Paul und Nancy Pressler in Brenham, Texas um eine Verhinderungs-Strategie auszuhecken.

In der “herzlichen Einladung” an das gut organisierte Netzwerk aus Kulturkriegern, Bibelwerfern und Wertwählern heißt es scheinheilig, Ziel des Treffen sei, einen “Konsens-Kandidaten” zu finden. Tatsächlich geht es darum, im Eiltempo eine ABM-Koalition zu schmieden. ABM steht für “Anybody But Mitt”, was soviel bedeutet wie “Jeder andere außer Mitt (Romney)”.

Zum Fundi-Gipfel eingeladen haben neben den Presslers einflussreiche Führer wie der Gründer der erzkonservativen Lobbygruppe “Focus on the Family” James Dobson, Don Wildmon von der Amercian Family Association und der einstige Präsidentschafts-Bewerber Gary Bauer.

Die Führer der christlichen Rechten ahnen, das sich 2012 wiederholen könnte, was ihrem Favoriten Mike Huckabee 2008 widerfuhr. Damals blieb Fred Thompson, ein anderer Konservativer, in South Carolina im Rennen und splittete die Stimmen der Evangelikalen auf. Das verhalf dem moderaten Senator John McCain zum Wahlsieg im ersten Bundesstaat des Südens.

 

Romney könnte von einer ähnlichen Konstellation profitieren. Rick Santorum, Newt Gingrich, Rick Perry und Ron Paul jagen sich gegenseitig die Stimmen ab, während sich der ehemaligen Gouverneur aus Massachusetts durch die Hintertür die Nominierung sichert.

Den Fundi-Führer dämmert, dass es an ihnen liegt, ihr Gewicht hinter einen ABM-Kandidaten zu werfen. Schließlich kommt Romney bisher nicht über 25 Prozent hinaus. Drei von vier Republikanern wünschen sich einen anderen Bannerträger gegen Barack Obama. das sind 75 Prozent (!) der Partei.

Was die Sache im Süden delikat macht, ist der noch vorhandene Anti-Katholizismus, der es einigen Evangelikalen schwer macht für Santorum oder Gingrich zu stimmen. Ein Kalkül, das den “wieder-geborenen” Perry mit dazu bewegt haben dürfte, im Rennen zu bleiben.

Bob Vander Plaats, der für Santorum in Iowa die ABM-Wähler mobilisierte, drängt Gingrich öffentlich, seine Kandidatur zurückzuziehen. Darauf angesprochen erklärte Newt der rechten Talkradio-Moderatorin Laura Ingraham, Santorum und er seien beides Rebellen. Im Zweifel sei er bereit den Zweitplatzierten aus Iowa zu unterstützen.

Santorum nahm über Nacht mehr als eine Millionen Dollar in seine Wahlkampfkasse ein. Ein sicheres Zeichen, dass sich viele Fundis in seine Richtung orientieren. Eine Unterstützung durch die Fundi-Führer am Wochenende könnte ihn weiter nach vorn katapultieren. Falls diese sich nicht hinter Perry scharen, der im Sommer auf der Pressier-Ranch hinter verschlossenen Türen antichambrierte.





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