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Tagblatt Online, 02. August 2011 01:06:46

Sieger und Verlierer eines 1:1

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Keiner setzt sich durch: Zweikampf zwischen Wils Dzengis Cavusevic (links) und Christian Böhi vom SC Brühl. (Bild: Urs Bucher)

Im ersten Kantonalderby der Saison holt der SC Brühl seinen ersten Punkt in der Challenge League. Gegen Wil sind die Stadtsanktgaller eine Halbzeit unterlegen, reagieren dann aber beherzt. Wil bleibt nach dem 1:1 immerhin unbesiegt.

Matthias Hafen

Fussball. 46 Spielminuten lang dachte man, dass Wils grösstes Problem im Paul-Grüninger-Stadion sei, den Mannschaftsbus auf dem engen Vorplatz zu wenden. Die Gäste hatten das Challenge-League-Derby gegen Aufsteiger Brühl von Anfang an im Griff und gingen in der vierten Minute schon in Führung. Adis Jahovic legte den Ball im Strafraum mit der Hacke seinem Stürmerkollegen Dzengis Cavusevic auf. Der liess mit seinem satten Schuss in die linke untere Ecke Brühls Goalie Daniel Geisser keine Chance – 1:0 für Wil.

So gerne man an diesem warmen Sommertag eine Dusche genossen hätte: Für Brühl war sie unangenehm kalt. Wil nutzte den höheren Rhythmus in den Beinen konsequent aus. Das Heimteam hatte eine Halbzeit lang keine Chance, ins Spiel zu kommen. Doch dann folgte die 46. Minute.

Vergebenes 2:0 leitet Wende ein

Soeben aus der Pausenkabine gekommen, hatte Jahovic für Wil das 2:0 auf dem Fuss. Er setzte den Ball alleine vor Goalie Geisser neben das Tor. Die 2550 Zuschauer wurden nun Zeuge einer wundersamen Wende. Während die soeben vergebene Chance den Wilern auf die Moral zu drücken schien, schöpften die Brühler daraus neue Kraft. Angetrieben von seinem omnipräsenten Captain Alexandre De Freitas gelang dem Heimteam mehr als in den ersten 45 Minuten – einerseits, weil Wil den Spielbetrieb zwischenzeitlich eingestellt hatte, andererseits aber auch, weil sich Brühl nun auf seine Stärken besann und keine Super-League-Kunststücke mehr versuchte, die sowieso nicht geklappt hatten.

Vielmehr versuchten die Stadtsanktgaller nun, die zuvor engen Räume mit ihren limitierten aber vorhandenen Mitteln zu öffnen. Es gelang. In der 50. Minute vergab Christian Böhi die bislang beste Torchance für den Liganeuling. Der Ausgleich lag in der Luft. Prompt traf De Freitas vier Minuten später zum 1:1. Er schloss einen Vorstoss von Silvan Eggmann ab und konnte sich als erster Challenge-League-Torschütze des St. Galler Traditionsvereins feiern lassen.

Brühls Goalie rettet den Punkt

Mit ein bisschen mehr Mut wäre für Brühl gegen Wil sogar ein Sieg möglich gewesen. Doch dem Aufsteiger war der erste Punkt in der zweithöchsten Liga so wichtig, dass er sich darauf beschränkte, diesen zu verteidigen. Zu verdanken hatte ihn das Heimteam am Schluss Goalie Geisser. Dieser fischte in der Nachspielzeit einen Ball aus der oberen Torecke, nachdem sich Wil nochmals zusammengerissen hatte und doch noch einmal die Favoritenrolle demonstrierte. Claudio Holenstein blieb der Erfolg mit seinem Lob aber verwehrt.

Das erste Derby zwischen den drei St. Galler Challenge-League-Clubs endete mit einer Punkteteilung, die dem Verlauf der zwei unterschiedlichen Halbzeiten entsprach. Wils Trainer Axel Thoma war darob weniger erfreut als sein Gegenüber Erik Regtop, auch wenn die Gäste wenigstens ihre Unbesiegtheit wahrten.

Wils zusätzlicher Gegner

«Ich bin nie zufrieden, wenn wir nicht gewinnen», sagte Thoma. «Aber wir traten hier gegen mehr als elf Gegenspieler an.» Der Derbycharakter und das erste Challenge-League-Heimspiel für Brühl habe die Sache für den Favoriten Wil nicht einfacher gemacht. «Es war sicher nicht mein Wunsch, so früh in der Saison im Paul-Grüninger-Stadion anzutreten», so Thoma.

Für Brühl und seinen Goalie Geisser war der Heimauftakt in der neuen Liga gelungen. «Die Ambiance war super – richtig motivierend für uns. Wir sind mit dem einen Punkt sehr zufrieden, auch wenn vielleicht noch mehr dringelegen wäre», sagte Geisser. Das Lachen im Gesicht des Torhüters sprach jedenfalls Bände im Gegensatz zu den versteinerten Mienen der Wiler.





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