Tagblatt Online, 29. Oktober 2010 11:45:00
Eine «Gigi Oeri» für den FC St.Gallen?
Zukünftige FCSG-Verwaltungsräte: Dölf Früh, Rainer Sigrist, Michael Hüppi (von links) bei der Vorstellung des Sanierungsprojekts am 26. August. (Bild: Bild: Urs Bucher)
ST.GALLEN. Geld, Geld, Geld, in letzter Not: Darum geht's jetzt beim FC St.Gallen. Drei mögliche neue Investoren sind Peter Schildknecht, Ralf Klingler und Vreni Jann.
Marcel Elsener
Der doch eher coole Auftritt der beiden «letzten Hoffnungsträger» des FCSG an der Pressekonferenz vom Mittwoch nährt die Spekulationen, dass ein Szenario ohne Staatsgeld seit längerem vorbereitet worden ist. Und dass weniger das Geld als vielmehr die Köpfe – und ihre Beziehungsnetze – das Problem sind. Und somit der Grund, warum der Neuanfang so kompliziert ist.
Oehler: «Ein Jahr verplempert»
Mit der Politik rechnen sie nicht mehr. Sonst hätte Michael Hüppi seine Aussage mit den Gratis-Tickets nicht noch bekräftigt. Und doch wirkten der FCSG-Präsident und der Geldgeber erstaunlich gelassen und waren gar zu Scherzen aufgelegt. «Lieber umsitzen als umfallen», meinte Hüppi etwa, als er mit Dölf Früh den Platz vor den Medienmikrophonen tauschte. Umsitzen – ein interessantes Wort.
Einiges deutet darauf hin, dass die vor einem Jahr abgeblockte «Palastrevolution» im Hintergrund weiter im Gange gewesen ist. Damals stellte sich Hüppi im «Anzeiger» gegen Dieter Fröhlich und forderte, dass die BAG das Marketing und Ticketing an den FC abtreten solle.
Rückendeckung erhielt Hüppi damals von Edgar Oehler. Der AFG-Unternehmer lehnte sich gestern prompt weiter aus dem Fenster hinaus. Einem Zürcher Radiosender erklärte er, die FCSG-Rettung stehe zu 90 Prozent fest.
Und im St.Galler Radio FM1 sagte er, weiteren Beteiligungen «nie abgeneigt» gewesen zu sein. Er habe vor einem Jahr bereits eine halbe Million angeboten, die aber zurückgewiesen wurde. Oehlers Folgerung in Mundart: «Es wurde ein Jahr verplempert.»
Schildknecht und Klingler?
Nebst den drei bekannten Investoren – Früh, Sigrist, Oehler – dringen jetzt neue Namen privater Geldgeber an die Öffentlichkeit. Am «offiziellsten» jener des St.Galler Gastro-Unternehmers Peter Schildknecht (PSG), der seine Bereitschaft bestätigte.
Ebenfalls spruchreif ein Gönnername aus dem «Dienstags-club», der seit Wochen herumgeboten wird: Ralf Klingler, Immobilien-Treuhänder mit Firmensitz in Gossau und schlossähnlichem Wohnsitz in Flawil. Der Sohn eines Gossauer Textilers (Klingler Textil AG) wird von Bekannten als schillernde Figur beschrieben – ein Lebemann und «Händeler» mit einem untrüglichen Gespür für Geschäfte. Und mit einer «guten Ader für Personen, die in der Klemme sind».
Im Immobilienbesitz Klinglers befinden sich bekannte Restaurants in St.Gallen (Rotisserie Schoren), Gossau (Toggenburg) oder Flawil (Rössli).
«Sollte seinen guten Gang nehmen»
Nun sitzt jeweils bei den St.Galler Pferdesporttagen in Ralf Klinglers Loge jenes Paar, das am Ende vielleicht die entscheidendste Rolle spielt: Norbert und Verena (Vreni) Jann, Mitglieder im Ambassadorenclub des FCSG und – dank Bekanntschaft mit Andi Egli – seit Jahren stets auf der Haupttribüne präsent.
Vreni Jann (geborene Knöpfli) stellte sich für den Club erstmals 2009 in der Broschüre zur Erhöhung des Eigenkapitals in den Vordergrund, als «Unternehmerin, Egnach».
Dass Insider von einer möglichen «Gigi Oeri des FCSG» sprechen, liegt in der Herkunft ihres Mannes begründet: Norbert Jann, Anwalt, ist ein Sohn des 1983 verstorbenen langjährigen Verwaltungsratspräsidenten des Basler Chemiekonzerns Hoffmann-LaRoche, Adolf W. (Walter) Jann, der auch Mandate bei der «Zürich» oder der ABB innehatte.
Norbert Jann verweist auf seine Frau («Die wird nichts sagen») und tritt nicht auf Spekulationen ein: «Es sollte bis am 5. November alles seinen guten Gang nehmen.» Er verriet aber, dass dem Ehepaar der FCSG «sehr am Herzen liegt». Als vor 20 Jahren in der «wunderschönen» Ostschweiz heimisch gewordener Zürcher betrachte er es «als absoluten Wahnsinn», wenn das Stadion als Bauruine zum «weissen Elefanten» werde – und damit zum Symbol des Niedergangs in der Ostschweiz.
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Kommentare lesen
lehrer (29. Oktober 2010, 18:48)
Kohle
@argauer lies mal tagesanzeiger
Beitrag kommentierenIm Frühjahr verkaufte er seinen Schimmel Opus, den er für 100'000 Euro vor zwei Jahren erworben hatte, für drei Millionen Franken an Prinzessin Haya bint al Hussein, die FEI-Präsidentin.
Und über die ehemaligen wird gesagt:
Mehrfachinteressen, verflechtungen.
Und der Gastrounternehmer der kommt:
Darlehen gibt der. Natürlich unter Bedingungen. Meint ihr wirklich jemand gibt heute Geld ohne Gegenleistung. Und wenn es nur Werbung ist.
lehrer (29. Oktober 2010, 17:55)
Wo ist die Kohle hin ?
Natürlich hat jemand Kohle gemacht in den letzten Jahren sonst fehlen doch nicht 16 Mio.
Beitrag kommentierenFast alle haben es gemerkt, Stadt, Kanton, Fans nur der Aargauer nicht.
Lies Dich mal ein. Fussball Waschmaschine.
Korruption, Menschenhandel, Handgeld,
Schmiergeld und was sonst noch alles ?
FC Lugano zwei Verträge, ein Vertrag für
den Spieler ein Vertrag für die Steuern dieser
Betrug ist aufgeflogen !! Servette ?, Lausanne ? Wettbetrug ?
Sieh nach Italien da wurde die ganze Liga verschoben. Sieh das Budget an und dann siehst Du dass da kräftig Kohle verdient wird durch wen auch immer.
Aargauer (29. Oktober 2010, 15:22)
FC ST.Gallen ... wie weiter??
@ von lehrer
Beitrag kommentierenIch habe noch selten so einen "Mist" gelesen wie den, den du da schreibst!
Absolut keine Ahnung von Schweizer - Fussball!
Der Bericht ist endlich mal eine etwas positive Nachricht im Hinblick auf das "Finanz-Desaster" beim FCSG!
Die FANS des FCSG hoffen noch immer auf genau diese Leute die bis jetzt im Hintergrund waren. Ich wäre sehr enttäuscht, wenn das den Untergang des FCSG bedeuten würde.
Ich hoffe und vertraue auf Dölf Früh, Michael Hüppi und Edgar Oehler, dass der Verein gerettet wird.
in diesem Sinne HOPP FC St. Gallen
vesche (29. Oktober 2010, 14:12)
Welche Kohle
Ich glaube kaum, dass irgend jemand mit einem Invest beim FCSG auch nur einen Rappen verdient hat, in den letzten Jahren.
Beitrag kommentierenlehrer (29. Oktober 2010, 12:17)
Private
So so aufeinmal kommen die Privaten in scharen und wollen den Club übernehmen.
Beitrag kommentierenJa mit Spieler lässt sich viel Geld verdienen.
Gratis im Schaufenster eines Stadion spielen und dann teuer verkaufen.
Die ganze Arbeit machen die kleinen Vereine in den umliegenden Dörfer.
Die Kohle wird dann beim FC gemacht.
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