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Tagblatt Online, 03. Februar 2012 14:35:00

YB-Fanzüge rollen weiter - SBB suchen Gespräch mit weiteren Klubs

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YB und SBB wollen die Zusammenarbeit fortsetzen. Von links nach rechts: Albert Staudenmann (Mediensprecher YB), Ilja Kaenzig (CEO YB), Benno Oertig (VRP Stad de Suisse), Andreas Meyer (CEO SBB), Clemens Friedli (Dachverband Gelbschwarzsuechtig), Lukas Meier (Fanarbeit). (Bild: SBB)

BERN. Die Fans des Berner Fussballklubs YB werden in ihren Extrazügen weiterhin selber für Sicherheit und Sauberkeit sorgen. Nach einer erfolgreichen Testphase haben die SBB, YB und die Fan-Organisationen am Freitag ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

Seit September verkehrten sieben Extrazüge zu Auswärtsspielen der Young Boys, 3500 Fans wurden transportiert. Betreut wurden sie von eigenen Kollegen. Die so genannten «Stewards» hatten sich von Bahn- und Sicherheitsspezialisten ausbilden lassen und unter anderem ein Deeskalationstraining absolviert.

Die Sachschäden seien dank dem Pilotversuch weiter zurückgegangen, sagte SBB-Chef Andreas Meyer vor den Medien. Allerdings habe es in diesem Bereich mit YB schon früher eher wenig Probleme gegeben, weil die Zusammenarbeit mit den Berner Fans seit Jahren gut sei.

Schweizweit richten Fussballfans in Extrazügen jährlich Schäden von mehreren hunderttausend Franken an, wie Meyer in Erinnerung rief. Er hofft deshalb, dass sich bald auch andere Klubs auf das Berner Modell einlassen werden. In Frage kommen die paar grösseren Klubs, die genügend Fans für Extrazüge haben.

Heute sind die Regelungen unterschiedlich; der FC Basel etwa schickt auch Betreuer in die Extrazüge, doch die Zusammenarbeit mit der SBB und die Kommunikation der Partner ist nicht so umfassend geregelt und schriftlich festgehalten.

Die Berner Lösung hilft der SBB auch Personalkosten sparen. Bei den sieben «selbstverwalteten» Sonderzügen waren es laut Meyer etwa 12'000 Franken. Zudem gab es Einsparungen, weil die Fans auch gleich den Abfall selber entsorgten.

«Das Projekt ist erfolgreich, weil alle Beteiligten Verantwortung übernehmen», sagte Benno Oertig, Verwaltungsratspräsident des Berner Stade de Suisse. Solche freiwilligen Modelle hätten Vorbildcharakter, denn ansonsten drohe eine «Regulierungswelle» im Kampf gegen Fan-Exzesse - und das wolle eigentlich niemand. (sda)

YB-Modell auch in St.Gallen?
Beim FC St.Gallen beobachtet man die Erfahrungen der SBB mit dem YB-Modell genau. «Alles, was hilft, in Sachen Fanzüge eine akzeptable Lösung zu finden, ist begrüssenswert», sagte Markus Scherrer, Mediensprecher des FCSG, im August 2011. Derzeit weilt der FC St.Gallen in der Südtürkei im Trainingslager. Deshalb sei man noch nicht dazu gekommen, die Resultate des Pilotversuchs anzuschauen, sagt Scherrer. «Wir werden im Vorstand sicher eine Analyse machen und danach entscheiden, ob dieses Modell auch für den FC St.Gallen praktikabel ist.» (rr)




Leser-Kommentare:
2 Beiträge

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chivas (03. Februar 2012, 16:12)
Übertrieben

Schweizweit richten auch ganz normale Zug-Passagiere Jahr für Jahr Schäden im Millionenbereich an, wieso thematsiert man dies nicht mit gleicher medialer Vehemenz? Die Nacht-Züge raus aus den Grossstädten sehen jedenfalls nicht anders aus, als Extrazüge.

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vesche (03. Februar 2012, 16:28)
Schäden sind viel geringer

Es gibt einen interessanten von Pascal Claude zu diesem Thema, der in verschiedenen Medien thematisiert wurde. Natürlich nicht in der NZZ/Tagblatt. Demnach sind die Schäden viel geringer als von den SBB kommuniziert. Ausserdem wenden die SBB Pauschalsätze an, so kostet das Austauschen einer Scheibe z.B. immer CHF XY auch wenn der effektive Aufwand viel geringer ist.

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