NZZ Online, 16. August 2011 12:43:00
Schweinsteiger weist Kahns Kritik zurück
Der stellvertretende Bayern-Captain erinnert den ehemaligen Torwart an eigene Massstäbe
Bastian Schweinsteiger sieht sich als Führungsspieler. (Bild: Keystone / Sarbach)
Oliver Kahn habe einst nichts mehr gehasst als die Kritik von Ex-Spielern, stellt Bastian Schweinsteiger in seiner Replik klar. Mit Vorwürfen des ehemaligen Keepers des FC Bayern, wonach er und Teamkollege Philipp Lahm keine Führungsspieler seien, ist er nicht einverstanden.
(dpa)
Bastian Schweinsteiger hat die Führungsspieler- Kritik seines langjährigen Teamkollegen Oliver Kahn gekontert. «Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass Oliver Kahn früher nichts mehr gehasst hat als Kritik von Ex-Kollegen, die über die Medien ausgeübt wird. Von so einem grossen Spieler erwarte ich, dass er sich an seine Worte erinnert», sagte Schweinsteiger der «Bild». Schweinsteiger trifft mit seinem Klub am Mittwoch (20 Uhr 45) in der Qualifikation zur Champions League auf den FC Zürich.
Kahn hatte die amtierenden Bayern-Kapitäne Philipp Lahm und Schweinsteiger in einem Beitrag auf der «Eurosport»-Internetseite dafür mitverantwortlich gemacht, dass die deutschen Fussball-Klubs auf internationaler Ebene seit zehn Jahren keinen Titel mehr gewonnen haben. Kahn stellte dabei die These auf: «Ohne echte Führungsspieler werden die Bundesligaklubs noch lange auf internationale Titel warten müssen!»
Interne Analyse bevorzugt
Lahm bevorzugt Schweinsteiger widersprach Kahn und verteidigte seinen Führungsstil als stellvertretender Kapitän beim FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft: «Die Sachen werden intern analysiert und dort auch ganz klar angesprochen.» Auf dem Platz gehen Lahm und Schweinsteiger dagegen nicht auf Teamkollegen los.
Kahn, der 2001 mit den Bayern die Champions League und den Weltpokal gewann, glaubt, dass die «Titelflaute» womöglich mit einer Spielergeneration zusammenhängt, «deren Stellvertreter Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger vehement leugnen, dass eine Mannschaft heutzutage echte Führungsspieler braucht». Diese würden «auch mal unbequeme Wahrheiten aussprechen», betonte Kahn. Und solchen Akteuren sei «ihr eigenes Image unwichtiger als der Erfolg».
Als «Leuchttürme» und «Vorbilder» zählte Kahn Spieler wie Rio Ferdinand (Manchester United), Carles Puyol, Xavi (FC Barcelona), John Terry, Frank Lampard (FC Chelsea) und den Ex-Münchner Lucio (Inter Mailand) auf.
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