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NZZ Online, 05. Februar 2012 20:05:00

Nullnummer des Leaders FC Basel

Sitten im St.-Jakob-Park ein ebenbürtiger Gegner – 3:1-Sieg der Young Boys gegen Servette

Die beiden YB-Neuzuzüge Vitkieviez (l.) und Bobadilla feiern das 2:0. Zoom

Die beiden YB-Neuzuzüge Vitkieviez (l.) und Bobadilla feiern das 2:0. (Bild: Keystone / Della Valle)

Leader Basel ist mit einer Nullnummer in die Rückrunde gestartet. Beim 0:0 vor eigenem Anhang gegen den FC Sion hatten die Basler sogar noch Glück. Sittens Rodrigo traf in der 92. Minute nur den Pfosten. Die Young Boys behielten gegen Servette mit 3:1 die Oberhand.

(si)/mro. Basel kann aus dem Punktverlust Luzerns am Samstag keinen Profit schlagen. Nach dem 0:0 des Leaders gegen Sitten beträgt der Vorsprung weiterhin sechs Punkte. Auf dem Papier war es das Duell zwischen dem Titelhalter und dem nach den massiven Punktabzügen letztklassierten Team der Liga.

Der mit –5 Punkten in die Rückrunde gestartete FC Sion zeigte aber auf, dass es bei «normalen» Verhältnissen durchaus ein mehr als ernstzunehmender Kandidat für eine Spitzenklassierung wäre. Im St.-Jakob-Park boten die Walliser mit vier Neuzuzügen in der Startaufstellung Paroli – in der zweiten Halbzeit allerdings primär mittels Kontern.

Gefährliches Duo Margairaz / Wüthrich

Besonders Xavier Margairaz (kam vom FCZ) und Sébastien Wüthrich (Xamax) wussten zu gefallen. Das Duo hatte bei den ersten beiden guten Sittener Chancen die Füsse im Spiel. In der 36. Minute prallte ein Schuss von Margairaz vom Pfosten ins Feld zurück, Wüthrich brachte den Nachschuss nicht an FCB-Goalie Sommer vorbei. Und in der 51. scheiterte nach einem krassen Abwehrfehler vorerst Margairaz an Sommer, ehe Wüthrich darüber schoss. In der Nachspielzeit verzeichnete Rodrigo einen Pfostenkopfball.

Der FCB, der im achten Super-League-Match unter Trainer Heiko Vogel erst zum zweiten Mal Punkte abgeben musste, ergriff ab der 45. Minute die Initiative wesentlich energischer. Eine Feldüberlegenheit (ohne Tore) war die Folge davon. Am nächsten kam dem 1:0 aus Basler Sicht Alex Frei, dessen Freistoss (einer in der 29., einer in der 84.) pariert wurde respektive an die Latte prallte.

YB-Sieg gegen Servette nie gefährdet

Dank den Toren der Neuzugänge Matias Vitkieviez und Raúl Bobadilla kamen die Young Boys gegen Servette zu einem nie gefährdeten 3:1. Vitkieviez garantierte gegen seinen Ex-Verein früh für die Entscheidung. Im Januar hatte Matias Vitkieviez Servette verlassen und bei YB einen Vertrag unterzeichnet. Gleich im ersten Spiel der Rückrunde traf der Südamerikaner auf seinen früheren Verein – und schoss diesen ab. Zweimal war Vitkieviez nach Vorarbeit von Raúl Bobadilla, auch er eine Neuverpflichtung, erfolgreich (4./28.). Bobadilla traf ebenfalls noch vor der Pause ins Schwarze.

YB war vor allem vor der Pause in allen Belangen überlegen. Das Gross-Ensemble spielte mit viel Dynamik, so wie es der Coach wünscht, und setzte den Gegner permanent unter Druck. Und in Bobadilla scheinen die Berner den Stürmer gefunden zu haben, den sie im Herbst noch vermissten. Der frühere GC-Angreifer ist fähig, die Bälle zu halten und für entscheidende Aktionen zu sorgen. Er war gegen Servette an jedem Tor beteiligt.

Nach der Pause machten die Young Boys nur noch das Nötigste und Servette kam dadurch immerhin zu einzelnen Vorstössen. Der Treffer von Ruefli vier Minuten vor dem Ende war jedoch nur noch ein Muster ohne Wert. Das Spiel war spätestens nach dem 3:0 von Bobadilla entschieden.

GC spielbestimmend, aber von Thun besiegt

Thun kam beim GC zum ersten Auswärtssieg seit über fünf Monaten. Das 1:0 in Zürich war jedoch schmeichelhaft. GC war spielbestimmend und hatte mehr Chancen. Doch das Tor erzielte jedoch Marco Schneuwly.

Thun trug wenig zur Unterhaltung bei. Nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Auswärtsspielen wollten die Berner Oberländer auf dem Letzigrund vor allem nicht verlieren. Doch statt dem angestrebten einen Punkt eroberte Thun sogar drei. Weil Marco Schneuwly, der Neuzugang von den Young Boys, in der letzten Sekunde vor der Pause eine Verkettung von Fehlern in der GC-Abwehr zum einzigen Tor nützte.

Die Grasshoppers liefen diesem Gegentor in der zweiten Halbzeit mit wenig Glück nach. De Ridder (46.), Pavlovic (60.), wieder De Ridder (66.) und Kehl (88.): Sie alle hatten Chancen zum Ausgleich. So war dem ersten Spiel von Johann Vogel nach zweieinhalb Jahren kein Erfolg beschieden. Die Leistung des ehemaligen Nationalmannschaftscaptains war dennoch zufriedenstellend.

Vogel war der Vogel wie man ihn kannte: Er ordnete das Spiel aus dem defensiven Mittelfeld heraus und machte kaum Fehler. Mit dem Rhythmus der Super League hatte der Romand beim Comeback keine Mühe.





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