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NZZ Online, 20. Dezember 2011 12:56:00

Für Heynckes zählt nur die «Attacke»

Der FC Bayern im Cup-Achtelfinal beim VfL Bochum auf einen Sieg aus

Uli Hoeness und Jupp Heynckes sind alte Freunde. Zoom

Uli Hoeness und Jupp Heynckes sind alte Freunde. (Bild: Keystone / Villagran)

Für den FC Bayern ist ein Sieg im Cup am Dienstagabend Pflicht. Der Bundesliga-Leader spielt beim in der 2. Liga im öden Mittelfeld klassierten VfL Bochum, der sich zuletzt allerdings verbessert gezeigt hat. Der Bochumer Coach kündigt für den Fall eines Erfolgs einen Auftritt in der Fussgängerzone an – verkleidet.

«Es gibt kein Relaxen, bis Dienstagabend geht es voll auf Attacke», sagte Bayern-Chefcoach Jupp Heynckes am Montag vor dem Abschlusstraining. Für den Leader der Bundesliga gibt es keine Alternative zu einem Sieg in Bochum (19 Uhr). In die Winterpause will der FC Bayern nicht nur als Leader der Bundesliga und als Teilnehmer des Champions-League-Achtelfinals gehen, sondern auch zu den letzten achten Mannschaften im Cup gehören.

«Clever und lauffreudig» wie in der Ligapartie am Samstag gegen den 1. FC Köln, als der FC Bayern nach dem Platzverweis gegen Franck Ribéry die Partie auch um einen Spieler dezimiert klar (3:0) für sich entschied, müsse das Team auftreten, fordert Heynckes. «Wir haben grosse Ambitionen. Der Cup-Sieg ist ein grosses Ziel für uns.» Da passt es, dass Klubpräsident Uli Hoeness den «FC Bayern aktuell in allerbester Verfassung» sieht.

Gegner VfL Bochum hat schon bessere Tage gesehen. Der frühere Bundesligaklub hat es aber zumindest mit dem neuen Coach Andreas Bergmann vermocht, sich in der Zweitliga-Tabelle nach oben zu arbeiten. In den letzten drei Matches eroberte Bochum sieben Punkte, beim 1:1 gegen den Leader der 2. Liga, Fortuna Düsseldorf, stellte der VfL sogar das überzeugendere Team. Bei einem Sieg, so hat es Bergmann einer Lokalzeitung versprochen, werde er sich als Weihnachtsmann verkleidet in der Fussgängerzone der Stadt einfinden. Die Bochumer hat es nicht begeistert, dass das ZDF am Dienstag auf eine Liveübertragung des Spiels verzichtet – sie hätte dem finanziell gebeutelten Klub etwa 300'000 Euro Einnahme eingebracht –, sondern stattdessen den Match Düsseldorf gegen Dortmund überträgt.

Heynckes hat sich vom Duellanten ein präzises Bild gemacht, zwei Spiele der Bochumer hat sich der 66-Jährige sogar auf Video in voller Länge angeschaut. Man dürfe den VfL Bochum in dessen Stadion nicht stark werden lassen, lautet Heynckes’ Quintessenz: «Wir müssen Herr der Lage sein.»

Personell ist der FC Bayern derzeit gut aufgestellt. Zwar werden Bastian Schweinsteiger und Breno (beide Trainingsrückstand) fehlen und der Einsatz von Thomas Müller (Oberschenkelverhärtung) – dem erfolgreichsten Cup-Topscorer (9 Tore) der vergangenen zwei Jahre – ist gefährdet, aber dafür kann Ribéry trotz seiner gelb-roten Karte gegen Köln spielen, seine Sperre gilt nur für die Bundesliga.

Und was sagt die Statistik? Die letzten fünf Auswärtsspiele in Bochum hat der FC Bayern gewonnen, zuletzt gab es im Dezember ein 5:1. «Die Spieler können sich jetzt noch einmal ein schönes Weihnachtsgeschenk machen», sagt Uli Hoeness.

Und ihm selbst ganz sicher auch.





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