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NZZ Online, 13. Februar 2012 07:33:20

Anders Bardal als grosser Profiteur

Auch in Willingen kommt Skispringer Simon Ammann nicht auf Touren – nur Zwölfter

Anders Bardal - der grosse Sieger von Willingen und neuer Leader im Weltcup. Zoom

Anders Bardal - der grosse Sieger von Willingen und neuer Leader im Weltcup. (Bild: Reuters)

Der vierfache Olympiasieger Simon Ammann fliegt dem ersten Podestplatz der Saison weiterhin hinterher. Der Toggenburger musste sich im Weltcup in Willingen mit Platz 12 bescheiden. Der Sieg ging an den Norweger Anders Bardal.

Andreas Kopp

Der Auftakt zur Team-Tour mit Etappen in Willingen, Klingenthal und Oberstdorf hat für die erfolgsverwöhnten Österreicher ernüchternd begonnen, Simon Ammann hingegen zeigte sich zwei Wochen vor den Skiflug-WM weiter verbessert. Vor allem aber drückten die Norweger den beiden Auftaktspringen in Willingen den Stempel auf.

Am Samstag gewannen sie ungefährdet vor den sogenannten österreichischen Superadlern. Mit Anders Bardal stand nur ein einziger Routinier im Team; Anders Fannemel hatte zuvor im Weltcup drei Einzeleinsätze, Rune Velta 31, Vegard Haukoe Sklett 39. Am Sonntag doppelte Bardal im Einzelspringen nach und übernahm im Weltcup im Alter von 29 Jahren erstmals die Führung.

Hinter dem norwegischen Höhenflug verbirgt sich Alexander Stöckl, ein 38-jähriger Österreicher, der erstmals als Cheftrainer im Weltcup arbeitet. Es gelang ihm, die traditionell guten Flugeigenschaften der Norweger mit druckvollem Absprung zu veredeln. Für die Skiflug-WM im unweit von Oslo gelegenen Vikersund verspricht das einiges.

Viel über den im Team herrschenden Geist sagt die Ankündigung Tom Hildes, am Dienstag in Klingenthal zur Qualifikation anzutreten. Beim Sturz am 30. Dezember in Oberstdorf hatte er sich den achten Rückenwirbel gebrochen und die Saison für beendet erklärt.

Am Sonntag mussten sich die Österreicher mit Rang 8 als bester Placierung begnügen (Martin Koch), der bisherige Weltcup-Führende Andreas Kofler verpasste gar den Final (45.). Nicht viel glücklicher war Gregor Schlierenzauer als 18., er sprang im Final jedoch bei schlechtem Wind.

Diesbezüglich viel Pech hatte insbesondere im ersten Durchgang auch Ammann, weshalb der 12. Rang die Qualität der Sprünge nur ungenügend spiegelt. Fliegerisch liess er auf der grössten Grossschanze der Welt kaum Wünsche offen, beim Absprung zahlte sich die Trainingsarbeit an der Stellung des Oberkörpers aus und ging weniger Geschwindigkeit verloren.

Gesamthaft erlebte Willingen einen turbulenten Sonntag, in beiden Durchgängen wurde aus je drei verschiedenen Luken gestartet. Vor dem Probedurchgang waren sogar 60 Zentimeter Schanzentisch abgesägt worden aus Angst vor zu weiten Sprüngen bei Aufwind. Auch so übersprang Bardal im 1. Durchgang von der untersten Luke den Hill Size um einen halben Meter (145,5 m).

Die Skispringen in Willingen in Zahlen

Samstag. Teamwettbewerb: 1. Norwegen 999,2 (Anders Fannemel 133,5 m / 124,5 m, Rune Velta 135,5 / 127, Vegard Sklett 139,5 / 138,5, Anders Bardal 133,5 / 134,5). 2. Österreich 976,3 (Martin Koch 119,5 / 123, Andreas Kofler 143,5 / 129,5, Thomas Morgenstern 133,5 / 131, Gregor Schlierenzauer 138 / 137). 3. Deutschland 963,7 (Maximiliam Mechler 118 / 118, Andreas Wank 135 / 134,5, Severin Freund 145,5 / 138, Richard Freitag 129,5 / 137,5). 4. Japan 961,8. 5. Slowenien 938,0. 6. Tschechien 902,0. - Nicht im Final der besten 8: 9. Schweiz 378,1 (Gregor Deschwanden 130,5, Pascal Egloff 99,5, Marco Grigoli 120, Simon Ammann 133). - 11 Verbände klassiert.

Sonntag. Schlussklassement: 1. Anders Bardal (No) 277,0 (145,5/148). 2. Roman Koudelka (Tsch) 270,3 (147,5/146,5). 3. Daiki Ito (Jap) 264,4 (149,5/144). 4. Peter Prevc (Sln) 257,0 (138/149). 5. Kamil Stoch (Pol) 256,3 (139/144). 6. Taku Takeuchi (Jap) 252,3 (137,5/147,5). 7. Richard Freitag (De) 251,2 (140,5/144,5). 8. Martin Koch (Ö) 246,3 (139/147). 9. Severin Freund (De) 244,5 (140/146). 10. Rune Velta (No) 239,2 (138,5/139,5). - 12. Simon Ammann (Sz) 237,8 (133,5/145). 18. Gregor Schlierenzauer (Ö) 221,7 (131/134,5). 44. Gregor Deschwanden (Sz) 78,2 (116,5). 45. Andreas Kofler (Ö) 73,8 (111).

Stand nach dem 1. Durchgang: 1. Bardal 147,2 (145,5). 2. Ito 139,1 (149,5). 3. Koudelka 137,5 (147,5). 4. Stoch 131,8 (139). 5. Freitag 128,1 (140,5). 6. Prevc 127,6 (138). - 15. Ammann 120,0 (133,5).

Weltcupstand (20/27): 1. Bardal 1117. 2. Schlierenzauer 1059. 3. Kofler 1049. - 11. Ammann 374. 63. Marco Grigoli (Sz) 6.





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