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Neue Zürcher Zeitung, 13. Februar 2012 07:25:00

1:0, 2:1, 1:2, 0:1

Das Eishockey-Nationalteam verweigert sich weiterhin dem Toreschiessen

Michael Liniger - einziger Torschütze im Match gegen Deutschland. Zoom

Michael Liniger - einziger Torschütze im Match gegen Deutschland. (Bild: Keystone / Schmidt)

Das Spiel um Platz 3 am Eishockey-Vierländerturnier in Minsk zwischen der Schweiz und Deutschland war das vierzehnte in den letzten zehn Jahren zwischen den beiden Teams, das entweder 1:0, 2:1, 1:2 oder 0:1 endete. Diesmal waren die Schweizer eine Spur glücklicher.

Daniel Germann

Der Klotener Rückkehrer Michael Liniger erzielte den einzigen Treffer in der Partie bereits in der 3. Spielminute. Das liess Team und Coach einigermassen versöhnt von ihrer Stippvisite aus dem eisigen weissrussischen Winter in die Schweiz zurückkehren.

Glücklich aber macht der Minimalsieg nicht. Aber er fasst einmal mehr auf engstem Raum zusammen, was es zum Zustand des Teams zu sagen gibt. Leonardo Genoni empfahl sich im Tor als Davoser Trumpf für die Play-offs und darüber hinaus als designierte Nummer 1 für die WM. Daneben aber grübelt der Coach Sean Simpson weiter, wer die Tore zu den nötigen Siegen erzielen soll. In Minsk resultierten aus dem Spiel heraus 2 Treffer aus 120 Minuten. In den vorangegangenen sechs Testspielen im November und Dezember waren es immerhin 14 gewesen.

Die unmittelbare Vorbereitung auf die WM in Helsinki beginnt in gut eineinhalb Monaten nach den Play-off-Viertelfinals. Simpson hat in dieser Saison bisher 46 Spieler getestet. Grosse Entdeckungen gab es dabei nicht. Der Kreis valabler Nationalspieler ist weiterhin eng. Gerade im Sturm fehlen die Alternativen. Damien Brunner, Julien Sprunger oder Roman Wick, die in der Meisterschaft offensive Akzente setzen, kommen international weiterhin nicht so gut zur Geltung wie auf Schweizer Eis.

Sie haben immerhin das Potenzial, zu überdurchschnittlichen Stürmern zu reifen. Um den Sprung definitiv zu schaffen, müsste sich einer von ihnen aber auch in der NHL durchsetzen. Wick ist im ersten Anlauf in der Organisation der Ottawa Senators gescheitert, Sprunger hat entsprechende Pläne begraben, noch ehe sie konkret wurden. Brunner dürfte den Sprung auf die kommende Saison wagen.

An Interesse mangelt es nicht. Schon auf diesen Winter hatten die St. Louis Blues Interesse an ihm gezeigt. Die Torproduktion des Zugers ist nach überragendem Start ins Stocken geraten. Er führt die Skorerliste zwar noch an, Sprunger liegt jedoch nur vier Punkte zurück. Auf Soforthilfe aus Nordamerika kann Simpson nicht hoffen.

In der NHL spielen zwar fünf Schweizer Verteidiger, aber mit Nino Niederreiter nur ein Stürmer. Der 19-jährige Churer kommt bei den New York Islanders auf knapp zehn Minuten pro Match. Er wird die Schweiz in Helsinki nicht alleine tragen können.





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