NZZ Online, 05. September 2011 11:21:00
«Jetzt-erst-recht-Stimmung»
Ottmar Hitzfeld vor dem Spiel der letzten Chance sehr zuversichtlich
Ottmar Hitzfeld gibt im Trainingscamp seinen Spielern Anweisungen. (Bild: Keystone / Schmidt)
Am Dienstag empfängt das Schweizer Team in Basel Bulgarien. Um die Barrage in der EM-Qualifikationsgruppe G erreichen zu können, hat es drei Punkte dringend nötig. Coach Hitzfeld: «Unser Glaube ist gross.»
mon. Ottmar Hitzfeld, Coach der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, hat sich am Montagvormittag in Feusisberg SZ zum wichtigen Qualifikationsspiel zur EM 2012 gegen Bulgarien am Dienstagabend im Basler St.-Jakob-Park geäussert.
«Wir werden den Weg, den wir in England eingeschlagen haben, weiterführen», sagte der Lörracher und verwies mit dem 2:2 in London (vom 4. Juni 2011) auf die Tatsache, dass nur vier Spieler im Team stehen werden, die auch auch im Hinspiel in Bulgarien schon dabei waren (0:0 am 26. März). «Der Umbruch ist positiv eingeleitet.»
Wieder mit vielen Jungen
Im Unterschied zum England-Spiel seien die Schweizer nun aber in der Pflicht. «Wir waren damals nicht Favorit. Der Druck auf die jungen Spieler ist jetzt grösser. Aber sie haben in ihren Klubs bewiesen, dass sie dem Druck standhalten können.»
Fünf Trainingseinheiten hat das Team in den vergangenen Tagen absolviert, «der Schwerpunkt lag dabei im taktischen und physischen Bereich», so Hitzfeld.
Der junge Basler Professional Granit Xhaka hat in dieser Saison nur 15 Minuten lang gespielt, der Coach will ihm aber dennoch eine Chance geben. «Von der Physis her sehe ich da kein Problem», sagte Hitzfeld, «in welcher psychischen Verfassung aber ein Spieler im Ernstkampf auf dem Feld ist», das wisse man nicht im Voraus. Doch: «Wenn man einen Spieler ins kalte Wasser wirft, zahlt er einem das mit Leistung zurück.»
Aufwärtstrend
«Unser Glaube ist gross, dass wir die Barrage noch erreichen können», so Hitzfeld weiter, «wir sind felsenfest davon überzeugt. Montenegros Trend zeigt nach dem 1:1 zuhause gegen Bulgarien und der Niederlage in Wales nach unten. Wir aber haben gegen England in die Spur zurückgefunden. Wir werden mit grossem Willen diesen Weg beschreiten. Bei uns herrscht eine Jetzt-erst-recht-Stimmung.»
Diese Stimmungslage hat die Schweizer Bevölkerung allerdings noch nicht erreicht. Am Wochenende seien nur gerade 208 Tickets abgesetzt worden, im Vorverkauf insgesamt erst 15'000 Tickets, so der Schweizerische Fussballverband.
Die Ausgangslage
Vor dem Spiel der letzten Chance gegen Bulgarien nimmt sich die Lage des Schweizer Teams in der EM-Qualifikation folgendermassen aus:
Da England mit 14 Punkten aus 6 Spielen für das Schweizer Team nicht mehr einzuholen ist, bleibt diesem nur der Weg über eine allfällige Barrage. Die Barrage könnte das Hitzfeld-Team in jedem Fall bei drei Siegen in den verbleibenden drei Partien in der EM-Qualifikation erreichen, gegen Bulgarien, in Wales und gegen Montenegro.
Auch bei zwei Siegen wäre der Barrageplatz theoretisch noch erreichbar. Allerdings nur dann, wenn die Schweiz das Team aus Montenegro bezwingen würde und dieses noch weitere Punkte im Verlauf der Qualifikation einbüssen würde.
Die restlichen Partien
6. September: Schweiz - Bulgarien, England - Wales. - 7. Oktober: Wales - Schweiz, Montenegro - England. - 11. Oktober: Schweiz - Montenegro, Bulgarien - Wales.
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