Umfrage: SVP über 30 Prozent, CVP stürzt ab

WAHLEN 2019 ⋅ Die SVP übersteigt die 30-Prozent-Schwelle und die CVP fällt unter zehn Prozent: Das zeigt die gut anderthalb Jahre vor den eidgenössischen Wahlen veröffentlichte Tamedia-Wahlumfrage. Gewinner sind neben der SVP auch die Grünliberalen.
12. Januar 2018, 07:00

An der am Freitag veröffentlichten Online-Umfrage auf den Nachrichtenportalen von Tamedia nahmen landesweit 20'422 Personen teil. Durchgeführt wurde die Befragung am 4. und 5. Januar, die Resultate wurden gewichtet, und der Fehlerbereich liegt bei 1,2 Prozent, wie Tamedia schrieb.

Wäre am vergangenen Wochenende gewählt worden, hätte die SVP als wählerstärkste Partei gemäss der Wahlumfrage neu 30,8 Prozent der Stimmen erhalten, 1,4 Prozentpunkte mehr als bei den Nationalratswahlen von 2015. Die CVP wäre auf noch 9,1 Prozent gekommen, ein Verlust von 2,5 Prozentpunkten.

GLP stärker als 2011

Die 2015 vom Wahlvolk kräftig zurückgestutzte GLP hätte um 1,5 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent zugelegt. Das wären mehr als die 5,4 Prozent, die die noch junge Partei 2011 geholt hatte, als sie zum ersten Mal zu nationalen Wahlen angetreten war.

Bei den anderen Parteien sind die Unterschiede beim Wähleranteil kleiner und liegen laut den Autoren der Umfrage im statistischen Fehlerbereich. Die FDP bliebe bei ihren 16,4 Prozent von 2015 stehen.

Die SP würde 0,1 Prozentpunkte verlieren und käme auf 18,7 Prozent Wähleranteil. Die BDP verlöre 0,4 Prozentpunkte und käme auf noch 3,7 Prozent. Die Grünen dagegen legten gegenüber den Wahlen von 2015 um 0,3 Prozentpunkte zu und kämen auf 7,4 Prozent.

Ehemalige CVP-Wähler sowie Neuwähler von SVP und GLP wurden nach ihrer Motivation für den Wechsel gefragt. Jede vierte Person, die angab, der CVP den Rücken gekehrt zu haben, fand, die neu bevorzugte Partei habe sich ihrer Position angenähert.

Der eigenen Position angenähert

Fast ebenso viele (24 Prozent) fanden, die CVP vertrete ihre Einstellungen nicht mehr. Von jenen, die sich der SVP zuwendeten, waren 38 Prozent der Ansicht, dass ihre früher gewählte Partei ihre Einstellungen nicht mehr vertrete. In den Augen von 27 Prozent hat die SVP die besseren Antworten auf die veränderte politische Lage.

Für die GLP entschieden sich Wechselwähler und -wählerinnen vor allem, weil sie sich von ihrer früheren Partei nicht mehr vertreten fühlten (25 Prozent) und weil sie angaben, die Grünliberalen hätten sich ihrer eigenen Position angenähert.

Die Tamedia-Umfrage präsentiert ein etwas anderes Bild als das im vergangenen Herbst veröffentlichten Wahlbarometer der SRG zur Halbzeit der Legislatur. Neben GLP und Grünen war damals die FDP Gewinnerin.

Verliererinnen waren zwar ebenfalls CVP, SP und BDP, aber auch die SVP mit noch 28,7 Prozent. Die CVP wäre gemäss jener Umfrage bei über zehn Prozent Wähleranteil geblieben. Für das SRG-Wahlbarometer wertete das Institut sotomo rund 11'600 Antworten aus. An der Umfrage teilgenommen hatten rund 14'000 Personen. (sda)


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