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Tagblatt Online
19. September 2016, 18:55 Uhr

Hundekurs-Pflicht soll abgeschafft werden

Hundehalter und -halterinnen sollen keine Kurse mehr besuchen müssen. Das hat das Parlament beschlossen. Der Nationalrat überwies - gegen den Willen der Mehrheit der vorberatenden Kommission und des Bundesrates - eine Motion aus dem Ständerat mit 93 gegen 87 Stimmen.

Ruedi Noser (FDP/ZH) hatte im Vorstoss gefordert, die Pflicht für Hundehalter, einen Sachkundenachweis zu erwerben, aufzuheben. Jeder fünfte Hundehalter besuche den Kurs nicht, begründete er dies. Auch sei nicht nachweisbar, dass die Kurse bei Herr respektive Frau und Hund etwas bewirkten.

Eine grosse Minderheit der nationalrätlichen Bildungskommission (WBK) wollte dem Ständerat folgen. Eine knappe Mehrheit der Kommission dagegen beantragte, das Obligatorium nur für "Wiederholungshundehalter" aufzuheben. Die Motion sollte entsprechend abgeändert und dem Ständerat nochmals vorgelegt werden.

Minderheitenvertreter Marcel Dettling (SVP/SZ) zitierte einen Evaluationsbericht des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Dort stehe Erschreckendes: Jeder fünfte Hundehalter besuche die Kurse nicht. Und es gebe keinen deutlichen Unterschied zwischen Hunden, die in Kursen gewesen seien und solchen, die keinen Kurs besucht hätten.

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Der Bundesrat dagegen hatte sich dafür ausgesprochen, an den obligatorischen Hundekursen festzuhalten. Innenminister Alain Berset wollte die Kurse wenigstens für jene Halter beibehalten, die zum ersten Mal einen Hund anschaffen.

Emotionale Debatten

Der Innenminister erinnerte an die Dramen um Hundebisse in den Nullerjahren und die emotionalen Parlamentsdebatten dazu. Gegen die Auffassung des Bundesrates hätten die Räte damals Massnahmen beschlossen, um für mehr Sicherheit zu sorgen. "Die Motion verlangt nun, das wieder abzuschaffen", mahnte er.

Berset nannte Zahlen: Drei von vier Tierarztpraxen begrüssten die Kurse. Über 70 Prozent der Hundehalterinnen und -halter hielten sie für angezeigt. Und 87 Prozent der Menschen insgesamt hielten sie für richtig. Die im Sinn der WBK-Mehrheit abgeänderte Motion biete Gelegenheit, die Gesetzesbestimmungen anzupassen.

Im Ständerat war die Motion mit 22 zu 18 Stimmen angenommen worden. Hundehalter müssen seit 2008 mit ihrem Tier einen Kurs in Sachkunde besuchen. (sda)



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MitdenkerSG (22. September 2016, 12:28)
Die vereinte Bundesversammlung könnte ja mal beschliessen...

das ab sofort jeder der ein neues Auto kauft ein 4h Kürsli im Umgang (Theorie und Praxis) mit seinem Gefährt machen muss. Bei Listenauto's (alle über 200PS) braucht es eine Sondergenehmigung udn einen Eignungstest auch psycholgischer Art.
Begründung die Toten und Verletzten die es jedes Jahr gibt (ein vielfachs der Hundeprobleme).
Alleine die Bremsen/Gas verwechslungen der letzten paar Wochen belegen das.

Weit hergeholt, ja klar aber viel naheliegernder als die Hundekürsli und Auto's sind auch nur dank des Fahrers gefährlich.

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MitdenkerSG (20. September 2016, 09:05)
ok viel heisse Luft und was den nun...

Den Leser würde doch nun wirklich interessieren was nun die weitere Folge daraus ist.
So wie ich das lese hat der Ständerat schon ja gesagt, der Nationalrat nun auch!
Was gilt den nun? Ist das schon vom Tisch und aufgehoben, was folgt weiter...!
SDA Journalisten Informationswüste!

Jedenfalls geht Information des Bürgers anders.

Teilnehmen wird eh keiner mehr an diesen Kürsli (auf obligatorium Basis).
Wen wunderts, wenn zB jemand wie ich, der mit Hunden aufgewachsen ist und selbst 3 grosse Hunde hatte (ohne Anstände über Jahrzehnte) nicht in ein Bauchtäschli Hündelerkürsli zu irgend einem/einer fragwürdigen schnellgebleichten Hundeexpertin gehen will.
Früher sagte mann: Wotsch jetzt emene alte Aff auno s'chlettere biibringe.
Die nächste Politikerstufe wär dann wohl gewesen bei jedem neuen Auto die Fahrprüfung neu zu machen, weil die ja auch Leute umfahren können (Bremse/Gas Verwechsler).

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Pumpelche (19. September 2016, 19:43)
Kloppe.

Es gab mal einen witzigen, von Usern gemachten Artikel von IKEA: "Kloppe" - Meinungsverstärker, CHF 5.90. Das war sozusagen ein Holzstab.

Fazit: Sollen wir jetzt jederzeit 'n Kloppe mit uns tragen, um undisziplinierten Hunden eins auf die Schnauze geben zu können?

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alf (20. September 2016, 09:29)
Dem Hund eins überziehen?

Ist doch ein sehr fragwürdiger Vorschlag. Die Erziehung des Hundes liegt in der Verantwortung des Halters! Ein Hund wird sich nicht von sich aus benehmen, das gehört ihm beigebracht (Kinder machen es auch nicht einfach so).
Also: wenn "kloppen", dann den Halter, sicherlich nicht den Hund...

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frieda (20. September 2016, 10:31)
@alf

Grundsätzlich haben Sie natürlich recht: das Problem bei den meisten Hunden hat zwei Beine und befindet sich am hinteren Ende der Leine. Aber...wenn so ein unerzogener Hund dann nach Passanten schnappt oder die Lefzen hochziehend, knurrend vor einem steht, dann nützt das Wissen ums Problem am Ende der Leine nichts mehr. Dann braucht man vielleicht doch "Kloppe". Auch wenn man 1000 Mal weiss, dass der Hund nicht das eigentliche Problem ist, so ist es eben doch derselbe, der beisst. Mir bleibt es ein ewiges Rätsel, wieso es die Briten schaffen, ihre Hunde wirklich gut zu erziehen und im Griff zu haben und es bei uns so viele Hundehalter gibt, die damit anscheinend überfordert sind.

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mecxx (19. September 2016, 18:56)
Fortschritte

So lange der greise Juncker und der unsägliche Schulz bei der EU das Szepter in der Hand haben wird es keine Fortschritte im Dossier Personenfreizügigkeit mit der Schweiz geben und keine Reform der EU. Beide gehören schnellstens ersetzt. Sonst bye, bye EU.

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