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Tagblatt Online
22. September 2016, 09:54 Uhr

Massives Sparprogramm: SBB bauen 1400 Stellen ab

Bis 2020 will die SBB ihre Kosten um 1,2 Milliarden Franken senken, nicht zuletzt, um die Preise im Personenverkehr stabil zu halten. Diesem Sparprogramm fallen in den nächsten Jahren insgesamt 1400 Stellen zum Opfer.

Die Stellen werden in den Bereichen Administration, Verwaltung und im Betrieb abgebaut. Weil die SBB jedoch im gleichen Zeitraum mit einer Zunahme des Verkehrs rechnet, sollen gleichzeitig 200 Stellen geschaffen werden, vorab beim Zugs- und Reinigungspersonal, wie das Bahnunternehmen am Donnerstag an einer Medienkonferenz mitteilte.

0,8 Prozent weniger Lohn für alle
Einsparen will die SBB bei der Beschaffung, bei den Investitionen und bei den Personalkosten. Die Massnahmen stehen im Zusammenhang mit dem bereits im November 2015 kommunizierten Programm «RailFit20/30». Dieses betrachtet die SBB als «zentrales Programm zur Umsetzung der SBB Strategie 2020».
«RailFit20/30» beinhaltet zudem Anpassungen bei den Sozialleistungen. Die SBB verweist darauf, dass sie bisher die Risikobeiträge der Pensionskasse alleine trage. Ab Januar 2017 sollen diese Beträge zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden aufgeteilt werden. Deshalb werden allen Mitarbeitenden 0,8 Prozent Lohn abgezogen.

SBB streichen 1400 Stellen

Bis 2020 will die SBB ihre Kosten um 1,2 Milliarden Franken senken. Rund 1400 Stellen sollen in den kommenden Jahren eingespaart werden.


Obwohl die SBB darauf verweisen, dass sie «dank gesteigerter Wettbewerbsfähigkeit eine sichere Arbeitgeberin» bleibe, bedeutet das in die Zukunft gerichtete Programm, dass die Interessen der Mitarbeitenden gegen jene der Bahnbenutzerinnen und -benutzer abgewogen werden.

Fernbusse und Billigflieger
Andreas Meyer meint an der Medienkonferenz zu den Sparmassnahmen, die Schlagzeile, die SBB bauen 1400 Stellen ab, würde er so nicht schreiben. Es gehe um Anstrengungen der SBB, den ÖV für die Kundinnen und Kunden nicht ständig teurer werden zu lassen. Personalabbau sei nicht die Stossrichtung, sondern die Folge der Anstrengungen. Meyer spricht vor den Medien immer wieder die zunehmende Konkurrenz der Fernbusse und Billigflieger an. Der Wettbewerb sei härter geworden.

Die Auslastung der Züge der SBB betrage nur 30 Prozent. Die bessere Auslastung der Fahrzeuge sei ein grosses Thema. «Die Eisenbahn muss im Bezug auf das Preis-Leistungsverhältnis attraktiv bleiben.»

Kontinuierlicher, langsamer Umbau
70 Projekte und 100 Massnahmen seien definiert worden, um die Ziele zu erreichen. Einsparungen in der Verwaltung seien die grössten Massnahmen. Pro Jahr habe die SBB eine Fluktuation von 500 Mitarbeitenden, inklusive Pensionierungen. Der Stellenabbau könne deshalb langsam organisiert werden. Jeder Einzelfall werde geprüft. Es gehe um einen kontinuierlichen, langsamen Umbau der SBB. "Die Kunden werden von diesen Umstrukturierungen nichts merken", so Projektleiter Markus Geyer.

Die Beratungsfirma McKinsey habe übrigens auch andere Sparmöglichkeiten auf den Tisch gebracht. Zum Beispiel eine Auslagerung des Reinigungsdienstes RailClean. «Das tun wir aber nicht», sagt SBB-Konzernchef Andreas Meyer. (sda/chs)


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Jonischmi (22. September 2016, 10:55)
Mc Kinsey?

Die SBB erinnert (mich) an die Endphase der Swissair. Da hat jemand wohl eine neue 'Hunterstrategie' zur Zertörzug eines erfolgreichen Unternehmens entwickeln lassen. Die genannten Ansätze scheinen meine Aussage zu bestätigen.

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