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Tagblatt Online
18. September 2016, 12:57 Uhr

Burkaverbot verliert an Zuspruch

Ein Burkaverbot verliert bei der Schweizer Stimmbevölkerung an Popularität: Waren Ende August 71 Prozent dafür, sind es inzwischen noch 60,7 Prozent. Vor allem Ältere wollen den Ganzkörperschleier verbannen.

Käme ein Burkaverbot derzeit an die Urne, würden 60,7 der Stimmberechtigten ein Ja einlegen. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage der "Schweiz am Sonntag" hervor. Damit schwindet die Unterstützung: Ende August hatten noch 71 Prozent in einer Umfrage der "SonntagsZeitung" ein Verbot unterstützt.

In der neuen Befragung zeigt sich, dass vor allem die über 40-Jährigen eine Verschleierung verbieten wollen: Knapp 70 Prozent sind es bei den 40- bis 65-Jährigen. Bei den 18- bis 29-Jährigen hingen findet das Anliegen derzeit keine Mehrheit.

Für die repräsentative Studie des Instituts Marketagents.com wurden zwischen dem 29. August und 7. September 1256 Stimmberechtigte zwischen 18 und 65 Jahren online befragt.

Verbot nur im Tessin

Im März hatte der Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann die Initiative "Ja zum Verhüllungsverbot" lanciert. Inzwischen haben sich die vorberatenden Kommissionen von National- und Ständerat dagegen ausgesprochen. Die Initiative soll demnächst in den Räten behandelt werden.

Ein Burkaverbot gilt in der Schweiz bisher einzig im Tessin - das Stimmvolk hatte es 2013 an der Urne angenommen. Es ist seit 1. Juli dieses Jahres in Kraft. (sda)



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meierpirmin (18. September 2016, 21:50)
Zu Umfragen

Halte nichts vom Burkaverbot, das sind Diskussionen, wie man sie vor 140 Jahren über St. Galler und Luzerner Lehrschwestern führte, deren religiöse Gewandung man im Kulturkampf verbieten wollte. Noch weniger halte ich aber vom obigen Titel dieser Meldung "verliert an Zuspruch". Das Burkaverbot hat mit absoluter Garantie mehr Zuspruch als die Initiative "Grüne Wirtschaft", die eine Zeitlang mit 61% gehandelt wurde. Die Annahme jener Initiative kann man vergessen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Burkaverbot durchkommt, ist massiv hoch. Schon weil man eigentlich mit einem Ja nichts zu riskieren glaubt. Man kann prima Dampf ablassen!

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Exilschweizer (18. September 2016, 16:59)
wird nicht eingehalten

Werte Frieda,was nuetzt ein Vemummungsverbot,wenn es nicht eingehalten wird.Schuld daran ist die Kuscheljustiz in der Schweiz und auch die Polizei,die sich gemaess Anordnungen,zurueckhalten muss.Auch bei Attacken und Angriffen gegenueber der Polizei,muss viel haerter durchgegriffen werden.

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Heinzweberanderegg (19. September 2016, 15:25)
Sie merken manchmal nicht,

sehr geehrter Herr EXILSCHWEIZER,was Sie aus Ihrem Exil für unglaubliche, abgenutzte und nicht belegte Bezeichnungen für unsere Institutionen (z.B. Polizei,Justiz u.a.) gebrauchen, mit denen Sie ja in Spanien gar nie in Kontakt kommen(?)sind nichts weniger als überheblich.
Seit zwanzig Jahren sind Sie weg:In einem
"Rheuma-Herz-Lunge-Steuern-usw-Schutzgebiet".Das sei Ihnen gegönnt.
Aber Inländer müssen im Inland ihre Probleme lösen.Das ist nicht immer einfach,aber ab und zu findet man sich auch ohne Sie,ohne blutige Köpfe.
Sie aber,lieber EXILSCHWEIZER glauben sich in Kompetenz, die Qualität des (bei uns !) geltenden Rechts von aussen zu beurteilen.
In Spanien leben Sie billig,haben dort nichts zu sagen und auch nichts zu verantworten.
Es wäre schön,wenn Sie uns einheimische Schweizer und Inländer unsere Angelegenheiten hier selbst regeln lassen.
Wir könnten Sie dann ernst nehmen,wenn Sie kommen und uns helfen.
Sonst:Nei, nei, no, olé!

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frieda (19. September 2016, 09:41)
besteht

Das war eine Antwort an @nabru, der sich ein Burkaverbot wünscht, das so formuliert sein sollte, dass es auch auf Hooligans und Demonstranten zutrifft. Solche Vermummungsverbote gibt es aber bereits. Und wenn deren Durchsetzung nicht möglich ist (weil z.B. der Schwarze Block und Hooligans nicht stehen bleiben, um der Polizei ihre Personalien anzugeben, damit man sie büssen kann), dann wird sich mit einem Burkaverbot daran auch nichts ändern. Was nun Ihren Wunsch nach hartem Vorgehen betrifft: Es ist allen mehr gedient, wenn Demonstrationen möglichst gewaltfrei verlaufen, als wenn die Polizei eine Strassenschlacht anzetteln müsste, um das Vermummungsverbot durchzusetzen. Dort wo's gewalttätig wird und die Polizei Leute festnimmt, werden die wegen Landfriedensbruch und Verstoss gegen das Vermummungsverbot bestraft. Was wollen Sie mehr? Strassenschlachten?

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nabru (18. September 2016, 13:37)
Warum...

immer nur von Burkaverbot? Ich hoffe nur dass bei einer Abstimmung nicht der Fehler gemacht wird das Wort Burkaverbot zu nennen. Wichtig wäre über ein generelles Vermummungsverbot (Ausnahme traditionelle Veranstalltungen, Fasching und dergleichen) abzustimmen, damit man auch bei den Fussballkaoten, Demonstranten (auch andere Sport-+Veranstalltungen)endlich eine Handhabe hat.

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frieda (18. September 2016, 16:32)
vorhanden

Für Fussballcgaoten und Demonstranten haben die meisten Kantone längst Vermummungsverbote.

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