43 von 43 Stimmen für Bischofberger

STÄNDERATSPRÄSIDIUM ⋅ Ivo Bischofberger ist neuer Ständeratspräsident. Er wurde am Montag mit 43 von 43 gültigen Stimmen gewählt. Der 58-jährige CVP-Politiker ist erst der dritte Innerrhödler in diesem Amt.

28. November 2016, 17:42
Sein Präsidialjahr stellt Ivo Bischofberger unter das Motto "Klein, aber wertvoll". Das scheine vielleicht ganz schön selbstbewusst für einen Vertreter eines Standes von knapp 16'000 Einwohnern, sagte Bischofberger in seiner Antrittsrede. Wertvoll bedeute für ihn aber nicht nur "von hohem materiellem, künstlerischem oder ideellem Wert", sondern es bedeute auch "nützlich und hilfreich". Jeder Kanton, so klein er auch sein möge, leiste einen äusserst nützlichen und damit eben auch wertvollen Beitrag für die Schweiz.
  • Die Thurgauer Ständerätin Brigitte Häberli gratuliert Ivo Bischofberger zur Wahl.
  • Der abgetretene Ständeratspräsident Raphael Comte gratuliert Ivo Bischofberger.
  • Dankbar für das gute Resultat: Ivo Bischofberger.

Der Innerrhoder Ivo Bischofberger ist auf dem bisherigen Höhepunkt seiner politischen Karriere angelangt. Am Montag wurde er zum Ständeratspräsidenten gewählt. (Bilder: Keystone)


Gegen Schwarz-Weiss-Schema
Bischofberger betonte in seiner Rede, der Kompromissfähigkeit und Debattenkultur müsse Sorge getragen werden. Und er warnte vor egoistischem Machtdenken, dem Beharren auf radikalen Positionen, bewusst geschürter Polemik und reinem Spektakel. "Lassen wir uns nicht vom eigentlichen Zeitgeist der Effekthascherei anstecken", so Bischofberger. "Denn komplexe Herausforderungen lassen sich in unserer Konkordanz-Demokratie nicht nach einem Schwarz-Weiss-Schema lösen, sondern nur mit einem gewissen Grundkonsens."

Seit 2007 im Ständerat
Ivo Bischofberger bat die Ständeratskollegen mit einem Augenzwinkern um Nachsicht, sollte "der pedantische Lehrer hie und da zum Vorschein kommen". Schliesslich unterrichtete der Historiker am Gymnasium Appenzell, während gut zehn Jahren war er auch als dessen Rektor tätig. Daneben präsidierte er während 16 Jahren das Innerrhoder Kantonsgericht.

Der Einstieg in die Politik über die Judikative gilt als ungewöhnlich, doch wurde Bischofberger 2007 von der Landsgemeinde als Nachfolger von Carlo Schmid (CVP) in den Ständerat gewählt. 2012 hat er alle übrigen Aufgaben abgegeben und ist seither Berufspolitiker.

Keller-Sutter neue Vize-Präsidentin
Neben dem Präsidentenamt wurden am Montag auch die Vizepräsidien neu vergeben. Als erste Vizepräsidentin gewählt wurde die St.Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter. Die 52-jährige frühere St.Galler Regierungsrätin erzielte 39 von 40 gültigen Stimmen und wird die kleine Kammer voraussichtlich im nächsten Jahr präsidieren. Zweiter Vizepräsident ist neu Jean-René Fournier (CVP/VS).

Als Stimmenzählerin gewählt wurde zudem Géraldine Savary (SP/VD), Ersatzstimmenzähler ist Alex Kuprecht (SVP/SZ). Die Stimmenzähler haben weniger zu tun, seit der Ständerat wie der Nationalrat elektronisch abstimmt. Einspringen müssten sie aber unter anderem, wenn die Anlage ausfällt. (sda)

Lesen Sie hier unser grosses Porträt über Ivo Bischofberger
 

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