Grippetote sorgen für Ausschlag in der Statistik

TODESURSACHEN ⋅ Im Jahr 2015 haben die Grippe im Frühling und eine Hitzewelle im Sommer zu einer auffälligen Häufung von Todesfällen geführt. Die Alterung der Bevölkerung schlägt sich ebenfalls in den Todesursachen nieder.
14. November 2017, 12:15

2015 starben in der Schweiz 67‘606 Menschen, 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Bundesamt für Statistik (BFS) geht in seiner am Dienstag veröffentlichten Todesursachenstatistik davon aus, dass wegen der starken Grippewelle rund 2500 Personen mehr als üblich starben, wegen der Hitze im Juli etwa 500 weitere.

Überdies sterben gemäss BFS wegen der wachsenden Zahl alter Menschen jedes Jahr etwa 500 Personen zusätzlich. Durch die Häufung der Sterbefälle ging 2015 die Lebenserwartung erstmals seit 1990 leicht zurück. Sie betrug noch 80,7 Jahre für Männer und 84,9 Jahre für Frauen. 2016 nahmen die Todesfälle wieder auf knapp 65'000 ab, und die Lebenserwartung stieg über den Stand von 2014.

Geringere Bedeutung der Kreislaufkrankheiten

Nach wie vor lassen am meisten Menschen wegen Herzkreislaufkrankheiten ihr Leben. 2015 waren es 21'593 Personen, was einem Drittel aller Todesfälle entspricht. Bei den Männern ist jedoch der Abstand zu Krebs gering geworden: Bei ihnen gehen 29,8 Prozent der Fälle auf Kreislaufleiden und 29,3 Prozent der Fälle auf Krebskrankheiten zurück.

Im mittleren Alter ist Krebs bei beiden Geschlechtern sogar der häufigste Sterbegrund - bei den Männern effektiv zwischen 45 und 82 Jahren, bei den Frauen zwischen 36 und 79. Vorher, ab dem Alter von 15 Jahren, sind Unfälle und Suizid bei Männern und Frauen am häufigsten.

Insgesamt wuchs die Zahl der krebsbedingten Todesfälle 2015 um 3 Prozent auf 17'261. Deutlich stärker war das Plus mit 10,5 Prozent bei der Demenz (6365 Todesfälle) und mit 20,3 Prozent bei den Krankheiten der Atmungsorgane (4614). Ebenfalls stark zugenommen haben die Diagnosen Parkinson (+21 Prozent) sowie Senilität und Altersschwäche (+25 Prozent).

Sterbehilfe immer verbreiteter

Um beinahe ein Drittel erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr die Zahl der assistierten Suizide. 965 Personen nahmen 2015 Sterbehilfe in Anspruch, davon 426 Männer und 539 Frauen. Zehn Jahre zuvor waren es fast fünfmal weniger gewesen. Bei den eigentlichen Selbsttötungen gab es 2015 mit 1071 Fällen nur einen geringen Anstieg (+34). 792 der Suizide betrafen Männer, 279 Frauen. (sda)


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