Wenn das Gesicht erschlafft

Tagsüber kämpft Patrick Meyer mit extremer Müdigkeit, in der Nacht findet er kaum Schlaf. Der 29-Jährige leidet an Narkolepsie. Die ersten Symptome traten wenige Monate nach einer Impfung gegen die Schweinegrippe auf.
28. Juli 2016, 15:59
TOBIAS BÄR

Im Mai 2010 wollte sich Patrick Meyer für die Prüfungen im Medizinstudium vorbereiten. Doch beim Lernen konnte er sich kaum wach halten, nickte über den Büchern immer wieder weg. Neben der Schläfrigkeit litt Meyer bald unter Halluzinationen vor dem Einschlafen – und unter der plötzlichen Erschlaffung der Muskeln im Gesicht und in den Armen. Auslöser dafür waren in erster Linie positive Emotionen. «Es reichte schon, wenn ich auf der Strasse jemandem begegnete, den ich kannte.»

Der Fachbegriff für die emotionsbedingten Anfälle von Muskelschwäche lautet Kataplexie – ein häufiges Symptom bei Narkoleptikern. Und tatsächlich erhielt Meyer Ende 2010 die Diagnose, dass er an der Schlafkrankheit leidet.

Der heute 29-Jährige hatte sich im Dezember 2009 mit dem Impfstoff Pandemrix des Herstellers GlaxoSmithKline gegen das H1N1-Virus – besser bekannt als Schweinegrippe – impfen lassen. Es ist einer von neun bekannten Fällen von Narkolepsie nach einer Schweinegrippe-Impfung in der Schweiz.

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