Oskar Freysinger abgewählt

KANTONALE WAHLEN ⋅ Politisches Erdbeben im Wallis: SVP-Staatsrat Oskar Freysinger ist am Sonntag von den Walliserinnen und Wallisern abgewählt worden. Seinen Sitz eroberte die FDP mit ihrem politischen Quereinsteiger Frédéric Favre.

Aktualisiert: 
19.03.2017, 19:00
19. März 2017, 14:50

Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte des Kantons Wallis, dass ein amtierender Regierungsrat abgewählt worden ist. Freysinger wurde am Sonntag mit 42'520 Stimmen nur sechster und verpasste die Wahl um gut 2000 Stimmen. Der 57-Jährige fliegt somit nach vier Jahren aus der Walliser Regierung.

Die neue Kantonsregierung wird in der nächsten Legislatur wieder aus drei CVP-, einer SP- und einer FDP-Vertretung bestehen. Mit den besten Resultaten gewählt wurde das CVP-Trio: Roberto Schmidt (neu) erhielt 59'616 Stimmen, Jacques Melly (bisher) 57'582 Stimmen und Christophe Darbellay (neu) 54'338 Stimmen. Darbellay und Schmidt ersetzen die zurücktretenden CVP-Regierungsräte Maurice Tornay und Jean-Michel Cina.

Stéphane Rossini (SP) hat es nicht in die Walliser Regierung geschafft und will sich vorerst aus der Politik zurückziehen. Sein Erfolg im 1. Wahlgang hat sich im 2. Wahlgang nicht bestätigt. Die SP hat somit weiterhin einen Sitz in der Regierung. ()

Der Politneuling Frédéric Favre (FDP) ist die Überraschung der Walliser Staatsratswahlen. Nach 4 Jahren erhält die FDP wieder einen Sitz in der Walliser Regierung. Frédéric Favre und René Constantin, Präsident der Walliser FDP, freuen sich über den Sieg. ()

Ein sehr gutes Resultat erzielte auch die bisherige SP-Regierungsrätin Esther Waeber-Kalbermatten. Sie erhielt 53'990 Stimmen und platzierte sich vor Favre auf dem vierten Rang. Die grosse Überraschung dieser Wahlen ist der politische Quereinsteiger Frédéric Favre. Der Personalchef der Migros Wallis ist erst 37-jährig. Er wurde mit 44'644 Stimmen gewählt.

Der zweite SP-Kandidat, Stéphane Rossini, musste mit dem siebten und letzten Platz vorlieb nehmen. Der frühere Nationalratspräsident kam auf 40'429 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war mit gut 61 Prozent leicht höher als vor zwei Wochen, als sie 58 Prozent betragen hatte. (sda)


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