Bern: Polizei-Grossaufgebot trotz Demoabsage

KUNDGEBUNGEN ⋅ Nach der Absage der Kundgebung "Wir sind direkte Demokratie" ist es bis am Samstagabend in der Berner Innenstadt zu keinen Kundgebungen gekommen. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot präsent.
Aktualisiert: 
18.03.2017, 21:34
18. März 2017, 17:15

Sie hatte den Auftrag, keinerlei Kundgebungen zu tolerieren, wie der Berner Gemeinderat am Donnerstag bekanntgegeben hatte. Die Polizei hatte deshalb bereits am Nachmittag Geländewagen mit Gittern und einen Wasserwerfer in der Innenstadt postiert. Ausserdem standen an jeder zweiten Ecke Kastenwagen.

Zahlreiche Polizisten standen an neuralgischen Punkten bereit. Immer wieder untersuchten Polizisten in der Innenstadt Personen, die beispielsweise Rucksäcke bei sich trugen, wie ein Augenschein vor Ort zeigte. Auch am Abend stand die Polizei immer noch im Einsatz, etwa auf der Schützenmatte bei der Reitschule.

Drei Personen waren zur Kontrolle in Polizeiräumlichkeiten geführt worden, sagte eine Sprecherin der Berner Kantonspolizei auf Anfrage. Alle drei konnten nach kurzer Zeit wieder entlassen werden.

Die Berner Behörden hatten den Polizeieinsatz trotz der "Wir sind Demokratie"-Kundgebungsabsage mit der Aussage begründet, weiterhin kursierten im Internet Aufrufe zu Gegendemonstrationen. Die Lage sei unübersichtlich.

Ein Verein namens "Brennpunkt Schweiz" hatte ursprünglich am Samstag auf dem Bundesplatz für eine starke Demokratie und eine unabhängige Schweiz demonstrieren wollen. Die Kundgebung war auch als Protest gedacht gegen die aus Sicht des Vereins ungenügend umgesetzte Masseneinwanderungsinitiative.

Das Organisationskomitee sagte den Anlass nach eigenen Aussagen wegen der "massiven Gewaltandrohung" linker Kreise und Sicherheitsbedenken ab. Die Stadt Bern hatte dem Verein eine Bewilligung in Aussicht gestellt. Formell bewilligt war die Kundgebung zum Zeitpunkt der Absage aber noch nicht. (sda)


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