BLS will nach St. Gallen und Romanshorn fahren

BAHNVERKEHR ⋅ Die Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) macht den SBB Dampf. Sie möchte Fernverkehrszüge von Brig und Interlaken bis in die Ostschweiz anbieten.
20. April 2017, 08:54
Tobias Gafafer

Tobias Gafafer

Bis Ende Jahr vergibt der Bund die Konzessionen für den lukrativen Fernverkehr neu. Bisher haben die SBB dafür das Monopol. Nun will auch die BLS ein Stück vom Kuchen. Gestern präsentierte sie ihr detailliertes Konzept. Drei Linien würde die BLS gerne betreiben. Zwei sollen Interlaken mit Zürich und St. Gallen sowie mit Basel verbinden. Die dritte soll von Brig nach Zürich und Romanshorn führen. Diese betreiben heute die SBB. Im Angebotskonzept 2025 gebe es die Direktverbindung ins Wallis nicht mehr, sagt BLS-Chef Bernard Guillelmon. Dabei entspreche sie einem touristischen Bedürfnis.

Austausch von Lokführern mit Südostbahn denkbar

Hintergrund der Pläne ist, dass der Bund den Fernverkehr aufteilt. Ein Premiumnetz, das die Metropolen verbindet, soll bei den SBB verbleiben. Im Basisnetz könnten einzelne Linien an die BLS oder die SOB gehen. Im Raum Bern will die BLS ein neues Regioexpress-Netz einführen, von dem einige Strecken nicht mehr zum subventionierten Regionalverkehr gehören sollen. Weil diese defizitär sind, braucht sie Zusatzerträge, die von den neuen Linien kommen sollen.

Auch die SOB würde gerne Linien von den SBB übernehmen, unter anderem von Chur über St. Gallen nach Zürich. Eine Kooperation mit der BLS ist zurzeit kein Thema. Ein Austausch von Lokführern wäre aber denkbar, sagt Guillelmon. Wagen der BLS kamen vor der Jahrtausendwende regelmässig bis ins Rheintal. Im liberalisierten Güterverkehr fährt BLS Cargo bereits Bahn­höfe in der Ostschweiz an.7


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