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Tagblatt Online, 24. November 2008 01:00:33

«Tibet bis zum Tod verpflichtet»

Exiltibeter folgen noch erneut dem gemässigten Kurs des Dalai Lama. Peking erteilt einer politischen Autonomie Tibets aber erneut eine Absage.

Dharamsala. Die Führung der Exiltibeter wird weiterhin der Linie des Dalai Lamas folgen, in Verhandlungen mit China mehr Autonomie, aber nicht die völlige Unabhängigkeit für Tibet zu erlangen. Dies beschlossen Exiltibeter aus aller Welt zum Abschluss einwöchiger Beratungen über den künftigen politischen Kurs.

«Bis zum Tod Tibet verpflichtet»

Der Dalai Lama versuchte zudem seine Anhänger zu beruhigen. «Die Frage des Ruhestands gibt es für mich nicht. Ich habe eine moralische Verpflichtung, mich bis zu meinem Tod für Tibet einzusetzen.» Dennoch sind damit nicht alle Ungewissheiten über seine künftige Rolle ausgeräumt. Die 600 Delegierten, beschlossen, dem Dalai Lama wie bisher alle Vollmachten zu übergeben, den Verhandlungskurs gegenüber China zu bestimmen. Der Dalai Lama wies aber darauf hin, dass er die politische Führung an den Ministerpräsidenten der Exilregierung, Samdhong Rinpoche, übergeben habe. «Ich bin wie ein hoher Berater», sagte er.

Das geistliche Oberhaupt ermahnte die rund 500 Teilnehmer in der indischen Stadt Dharamsala, diesen «mittleren Weg» mit Umsicht zu gehen. «Wenn wir in den nächsten 20 Jahren nicht vorsichtig, unsere Pläne nicht weise sind, gibt es eine grosse Gefahr», mahnte der Friedensnobelpreisträger. «Es könnte zum Scheitern oder zum Untergang führen.»

Weitere Beratungen geplant

Obwohl die Konferenz beschloss, mit dem Dalai Lama weiter den Weg der Verhandlungen mit China zu gehen, blieb die Kritik im Raum: Sollte Peking nicht bald Autonomie für Tibet gewähren, werde das Ziel geändert und Unabhängigkeit angestrebt. Der Dalai Lama sagte dazu, die Beratungen über die Zukunft Tibets seien mit der Konferenz nicht beendet. Es werde mindestens noch eine weitere Konferenz in den kommenden Wochen geben.

Der stellvertretende Präsident des tibetischen Parlaments im Exil, Dolma Gyari, erklärte: «Wenn China nicht positiv auf unsere Initiative reagiert, bleibt keine andere Option, als die Unabhängigkeit anzustreben», Die Verhandlungen mit Peking würden dann beendet.

Tibeter verlieren Unterstützung

China erklärte am Wochenende, es sei nicht bereit, auf die Autonomieforderungen der Exilregierung einzugehen.

Die Exilregierung der Tibeter verliert zudem laufend an internationaler Unterstützung. Grossbritannien war vor kurzem umgeschwenkt und hatte die volle politische Kontrolle der Volksrepublik Chinas über Tibet anerkannt. (ap)





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