Mann verbrennt sich mitten in München

DEUTSCHLAND ⋅ In der Nacht auf Freitag hat sich ein Münchner auf dem zentralen Marienplatz in der süddeutschen Stadt mit Benzin übergossen und angezündet. Er starb eine Stunde später. Sein Motiv gibt Rätsel auf.
19. Mai 2017, 14:33

Auf dem Marienplatz vor dem Rathaus übergoss sich der 54-Jährige gegen 3.10 Uhr mit mehreren Litern Benzin und zündete sich anschliessend selbst an, wie die Polizei mitteilte.

Passanten fanden den am Boden liegenden Mann. Sie konnten zwar die Flammen löschen. Doch die eintreffenden Rettungskräfte fanden den Münchner so schwer verletzt vor, dass er etwa eine Stunde später in einer Spezialklinik an den Folgen seiner grossflächigen Verbrennungen starb.

Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Der Mann, ein Münchner mit deutscher Staatsangehörigkeit, war mit seinem Auto auf den Platz in der Fussgängerzone gefahren.

Auto mit Parolen beschmiert

Auf seinen Wagen hatte er mit Filzstift mehrere Parolen geschmiert, wie ein Polizeisprecher sagte. Eine lautete: "Von deutschem Boden soll nie wieder Krieg ausgehen", eine andere: "Amri ist erst die Spitze des Eisberges".

Anis Amri hatte den islamistische Anschlag mit zwölf Toten auf dem Berliner Weihnachtsmarkt verübt. Dennoch spricht die Polizei derzeit nicht von einem politischen Hintergrund der Selbstverbrennung.

"Die Kollegen ermitteln in alle Richtungen", sagte eine Sprecherin. Über das Motiv könne momentan keine Aussage getroffen werden. Sicher sei nur, dass ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden könne. (sda/dpa)


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