Erneut Unterbruch auf Rheintalstrecke

BAHNVERKEHR ⋅ Auf der Rheintalstrecke zwischen Basel und Karlsruhe ist am Mittwochabend nahe Freiburg ein ICE mit rund 60 Fahrgästen verunfallt. Der Zug sei in eine beschädigte Oberleitung gefahren und habe sie herabgerissen, teilte die Bundespolizei in Weil am Rhein mit.
Aktualisiert: 
11.01.2018, 05:38
11. Januar 2018, 02:26

Ohne Strom blieb der Schnellzug, der von Köln nach Basel unterwegs war, im Bahnhof von Schallstadt liegen. Die Passagiere stiegen den Angaben zufolge in der Nacht in einen bereitgestellten Bus, der sie nach Basel brachte.

Wegen des Oberleitungsschadens wurde die Strecke zunächst gesperrt. Gegen 4.30 Uhr wurde ein Gleis der zweigleisigen Trasse wieder für den Verkehr freigegeben, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Das zweite Gleis sollte seinen Angaben zufolge im Lauf des Vormittags folgen. Solange sei im Nah- und Fernverkehr noch mit Verzögerungen zu rechnen.

Zwei weitere Fernzüge konnten nach Angaben des Sprechers nach dem Zwischenfall aus Freiburg nicht weiter nach Basel fahren. Für den Regionalverkehr wurde zwischen den Bahnhöfen Freiburg und Bad Krozingen eine Ersatzverbindung mit Bussen eingerichtet.

Wichtige Nord-Süd-Verbindung

In Basel musste ein Fernzug in Richtung Kiel, der vor Mitternacht losfahren sollte, bis zum frühen Morgen im Bahnhof stehen bleiben. Für die betroffenen Fahrgäste sei der Zug als Übernachtungsfahrzeug nutzbar gewesen, hiess es.

Die Bundespolizei ermittelt zu den Ursachen. Es gebe aber bislang keine Hinweise auf eine mutmassliche Beschädigung durch Dritte.

Die wichtige Nord-Süd-Verbindungsstrecke war wegen einer Schienenabsenkung nach Bauarbeiten bei Rastatt vom 12. August bis 2. Oktober 2017 gesperrt. Dies brachte vor allem den Güterverkehr in ganz Europa durcheinander. Bei den Bahnunternehmen entstanden Ausfälle in Millionen-Höhe. Zudem mussten Bahnreisende auf Busse umsteigen. (sda/dpa)


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