Zürcher Filmfest: Ausklang mit Al Gore

ZURICH FILM FESTIVAL ⋅ Am Sonntagabend ist das 13. Zurich Film Festival mit einem ausgiebigen Besuch des früheren US-Vizepräsidenten Al Gore zu Ende gegangen. Nach einer Diskussionsrunde mit dem Publikum kündigte er seinen neuen Film "An Inconvenient Sequel: Truth to Power" persönlich an.
08. Oktober 2017, 22:45

Dazwischen lag ein entspannter Auftritt Gores auf dem Grünen Teppich. Der ehemalige Politiker und heutige Umweltaktivist, der mit "An Inconvenient Truth" (2006) bereits lautstark auf die globale Erwärmung aufmerksam machte und einen Oscar für den besten Dokumentarfilm gewann, nahm sich sichtlich gerne Zeit für Fragen rund um sein Lieblingsthema.

Keine Plattform wurde jenen Zaungästen geboten, die mit Transparenten wohl ihre Unterstützung für Gore, aber auch ihren Unmut über den Hauptsponsoren des Abends kund taten. Obwohl sie still und leise protestierten, wurden sie von Sicherheitsleuten ebenso lautlos wieder davon abgehalten.

Im Zürcher Kino Corso begrüsste Al Gore die Kinobesucher anschliessend mit einem "Guten Abend", um dann den Fragen des ehemaligen SRF-Moderators Urs Gredig Red und Antwort zu stehen. In den 60er Jahren habe er niemals erwartet, dass ihn das Thema des Klimawandels einst so einnehmen würde, so der 69-jährige Amerikaner. "Das Wort Mission klingt zwar irgendwie komisch und dennoch muss ich sagen, dass es sich inzwischen zu etwas Ähnlichem entwickelt hat."

Auf den angekündigten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen angesprochen, meinte Gore mit einem schiefen Lächeln auf den Lippen: "Ich will nicht sagen, Donald Trump sei in dieser Sache irrelevant, doch er hat sich selber isoliert." Schon am Tag nachdem der amtierende US-Präsident seinen Entschluss verkündet habe, hätten sich nicht nur die meisten anderen Länder der Welt, sondern auch die landesinterne Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft für den weiteren Kampf gegen die Klimaerwärmung ausgesprochen.

Der hochkarätige Besuch und die Schweizer Premiere von "An Inconvenient Sequel: Truth to Power" rundeten das 13. Film Festival sympathisch, gleichwohl unbequem und endgültig ab. (sda)


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