Zur Mobile-Ansicht wechseln
Tagblatt Online
31. Dezember 2012, 01:37 Uhr

Konzentriertes Verwirrspiel

Wohin soll man sich wenden im kleinen Korridor des Hans-Ulrich- Auditoriums am Weiterbildungszentrum Holzweid der HSG? Durch die grossen Fenster schaut man nach Engelburg und ins Fürstenland, dreht man sich zur Wand, sieht man dasselbe, gemalt vom spanischen Maler Félix de la Concha. Der Künstler, der sein 9,60 mal 1,36 Meter grosses Werk mit dem Titel «Panorama WBZ: Through the Looking-Glass», aufgeteilt auf zehn hochformatige Platten, vor ein paar Tagen fertig gemalt hat, treibt ein Verwirrspiel. Auffällig malt er sein eigenes Gemälde ins Gemälde hinein, und der Blick auf den Campus ist nur scheinbar realistisch.

Drei von zehn Platten zeigen nämlich den Blick auf das Haus selbst, in dem das Kunstwerk hängt. Drei Zehntel des Ölbildes schauen also nach Osten, sieben Zehntel nach Westen. Es ist ein konzentriertes Spiel mit gemalter und echter Wirklichkeit; und die Arbeit wirft Fragen zum Übergang vom Haus ins Freie, vom Gemalten in die Natur, vom «Echten» ins «Unechte» auf. Was Félix de la Concha sieht, malt er allerdings sehr naturalistisch ab. Da fehlt kein Strauch, kein Sonnenschirm. keine Satellitenschüssel. Und auch Kunst selbst gibt es in dieser Kunst: Weil mit entsprechender Perspektive entworfen, sieht man auf Conchas Bild zweimal die im Freien ruhende Skulptur «Early Forms» von Tony Cragg. Félix de la Concha hat an dem Auftragswerk der HSG rund vier Monate vor Ort gearbeitet und in direkter Nachbarschaft gewohnt. Der Künstler dürfte in St. Gallen einer breiteren Öffentlichkeit aufgefallen sein, als er am Bahnhofplatz sitzend beständig Bilder des Turms der Hauptpost gemalt hat. Im Augenblick ist der Künstler (mit Wohnsitz in Iowa) noch bis 19. Januar in der St. Galler Galerie Christian Röllin zu sehen, mit seinen Ansichten der Hauptpost und einigen Strassenszenen der Stadt. Martin Preisser

HSG, Weiterbildungszentrum Holzweid (Holzstrasse 15b)


Kommentar schreiben

Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung.

(maximal 950 Zeichen)

* Pflichtfeld

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben.

Die Redaktion sichtet die Leserkommentare und schaltet sie frei. Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu publizieren (s. AGB). Am meisten Chancen haben Kommentare, die direkt auf einen Artikel eingehen. Beiträge mit ehrverletzenden, rassistischen oder unsachlichen Äusserungen publizieren wir nicht. Der Korrespondenzweg ist ausgeschlossen.

  • Für registrierte Nutzer

  • Für nicht registrierte Nutzer

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzuschicken.





Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

ostjob.ch  STELLENSUCHE

Ostschweizer Trauerportal

tagblatt.ch / leserbilder

FACEBOOK.COM /TAGBLATT