Tagblatt Online, 17. September 2008 01:05:30
Jahrhundertmensch
Fotoausstellung zum Thema Altern in Würde
St. Gallen. Dem Frankfurter Fotokünstler Karsten Thormaehlen ist an der Universität St. Gallen eine Ausstellung gewidmet.
Nachdem die Ausstellung «Jahrhundertmensch» im vergangenen Frühling im Festspielhaus Bregenz Premiere feierte, hat man nun auch in St. Gallen die Gelegenheit, den viel beachteten Bilderzyklus zu sehen. Dem Fotokünstler und -designer geht es dabei um die positiven, lebensbejahenden Aspekte des Alters wie Erfahrung, Würde und Gelassenheit.
Zwischen 2006 und 2008 besuchte Thormaehlen in Berlin und Umgebung hundertjährige Menschen und fotografierte sie. Die Bilder fanden ihr Pendant im Artikel von Barbara Harding mit dem Titel «Der Jahrhundertmensch». Bilder und Texte, neben Harding auch verfasst vom St. Galler Soziologen Peter Gross, sind im kürzlich bei Moonblink Publishing erschienenen Buch enthalten.
Der Ästhetik verpflichtet
Der 2007 in Frankfurt gegründete Verlag mit der dezentral ausgerichteten Galerie will der Fotokunst des 20. und 21. Jahrhunderts ein internationales Forum geben. Neben noch unentdeckten Klassikern der Fotografie engagiert sie sich für «fotografische Positionen der Gegenwartskunst, die neben hohem ästhetischen Anspruch aussergewöhnliche inhaltliche oder grenzüberschreitende Konzepte verfolgen».
Karsten Thormaehlens Bildkunst passt in der Tat in dieses Konzept: Er hat sich mit seinen hyperrealistischen, fast künstlich wirkenden Fotografien von Gegenständen, die er aus ihrer ursprünglichen Umgebung herauslöst, international einen Namen gemacht.
Internationale Erfolge
Thormaehlen studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Kommunikations-Design in Mainz und Wiesbaden. In den Jahren 1993 bis 1998 arbeitete er als Art Director in New York, wo er mit Fotografen wie Peter Lindbergh, Jim Rakete und Fabrizio Ferri Werbekampagnen für Luxusmarken entwickelte. Seine Fotoarbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Die Ausstellung in St. Gallen wird vom Kunstverein der Universität ProArte veranstaltet. Nach St. Gallen wird sie am World Economic Forum in Davos zu sehen sein. (pd/red.)
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