Spotify bleibt Leader im Streaming

STREAMINGDIENSTE ⋅ Der Musikstreamingdienst Spotify bleibt mit Abstand an der Spitze des schnell wachsenden Geschäfts. Die schwedische Firma knackte die Marke von 140 Millionen aktiven Nutzern pro Monat. Wie viele davon zahlende Abo-Kunden sind, teilte Spotify am Donnerstag nicht mit.
15. Juni 2017, 14:21

Zuletzt war im März die Zahl von 50 Millionen Abo-Kunden genannt worden. Apple Music als Nummer zwei im Markt kam zuletzt auf 27 Millionen zahlende Nutzer - und hat im Gegensatz zu Spotify keine werbefinanzierte Gratis-Version.

Werbeeinnahmen verdoppelt

Die Gesamtzahl der Nutzer hatte Spotify zuletzt vor einem Jahr mit 100 Millionen angegeben. Der Musikindustrie waren die kostenlosen Versionen der Musikdienste, bei denen man weniger Möglichkeiten bei der Songauswahl hat und sich gelegentlich Werbung anhören muss, lange ein Dorn im Auge.

Spotify argumentierte stets, sie seien ein wichtiges Instrument, um Nutzer für die meist rund zehn Euro oder Dollar im Monat teuren Abos zu gewinnen. Nach Angaben von Donnerstag seien zudem die Werbeeinnahmen im vergangenen Jahr um die Hälfte gestiegen.

Streamen statt Downloaden

In der Schweiz überholten 2016 Streamingdienste beim Umsatz erstmals die Downloads von Musikstücken. Der Streaming-Umsatz stieg um die Hälfte auf 23 Millionen Franken an. Dagegen ging der Download-Umsatz um 12 Prozent auf 21,7 Millionen Franken zurück.

"Streaming ist der klare Wachstumstreiber der Branche geworden und sorgt dafür, dass wir wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken können", sagte im März Lorenz Haas, Geschäftsführer des Labelverbands IFPI Schweiz.

Wichtig sei allerdings die Chancengleichheit bei Spotify, Apple Music, Deezer und Co.: "Schweizer Produzenten und Künstler brauchen von den Streaminganbietern faire Vermarktungsmöglichkeiten, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können."

Haas hatte in der Vergangenheit wiederholt kritisiert, dass Künstler aus kleineren Märkten wie der Schweiz von manchen Streaminganbietern diskriminiert würden, weil sie in deren offiziellen Playlists kaum auffindbar seien. Solche Musiklisten finden bei den Musikhörern starken Anklang, während Alben immer weniger abgespielt werden. (sda/dpa)


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