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Tagblatt Online, 04. Mai 2010 01:02:05

Mit eiserner Hand

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Auge in Auge: Iron Man Tony Stark (Robert Downey jr.) bespricht sich mit dem treuen Kindermädchen «Pepper» Potts (Gwyneth Paltrow). (Bild: Bild: Universal / François Duhamel)

Iron Man 2 setzt dort an, wo der Vorgänger endet: Rüstungsfabrikant Tony Stark (Robert Downey jr.) bekämpft als «Iron Man» das Böse.

Jürgen Frey

Der milliardenschwere Rüstungsfabrikant Tony Stark outet sich vor der Weltöffentlichkeit als die lebende Superwaffe «Iron Man» und gibt bekannt, dass er sein Dasein fortan der Völkerfreundschaft widmen wird. In seiner Wohnhöhle im fernen Moskau bekommt das auch ein russischer Mähnenbär mit, der verdächtig einem heruntergekommenen Show-Wrestler ähnelt, von Mickey Rourkes schweren Augenlidern gespielt wird und tatsächlich Ivan heisst.

Ivan Vanko also erfährt von seinem sterbenden Vater, dass er zum wahren «Iron Man» bestimmt sei, setzt die Wodkaflasche an den Hals und macht sich mit einem Bauplan aus dem Stark-Imperium an die Arbeit: Vanko senior und Papa Stark waren einst Verbündete.

Der alte Kumpel guckt gequält

Zeitsprung. In bewährter Grosskotzigkeit erklärt Tony Stark (Downey jr. wieder) einem amerikanischen Regierungsausschuss, dass er in den vergangenen sechs Monaten «erfolgreich den Weltfrieden privatisiert» hat und überhaupt nicht daran denke, seine Supertechnik mit den Kommissköpfen zu teilen. Den Konkurrenten Justin Hammer, der ihm das Monopol streitig machen will, stellt er als Versager bloss (in der Rolle dieses drittklassigen Strebers ist Sam Rockwell das Witz-Highlight des Films). Dann kommt Ivan als zweiter «Iron Man» ins Spiel und erweist sich in Hammers Waffenschmiede als High-Tech-Genie mit finstersten Rachepläne. 

Sämtliche Handlungsstränge sind da allerdings schon arg zerfasert, die schönsten Spezialeffekt-Böller längst gezündet. Es läuft auf eine Nummernrevue schnittiger Einzeiler hinaus, doch denen fehlt selbst beim Geplänkel zwischen Tony und seinem ewig treuen Kindermädchen «Pepper» Potts (Gwyneth Paltrow) ein bisschen der Pfeffer. Und der alte Kumpel Rhodey (Don Cheadle in der Nachfolge von Terence Howard) guckt vor allem gequält: Vielleicht ahnt er ja doch, dass der supergeheime Energiespeicher in Iron Mans Brust dringend zur Generalüberholung gemusst hätte. 

Knallige Fortsetzung

Fans von Marvel-Comics haben nach diesem Film eine Menge zu bereden. Wieso hat die bisher nur aus den Bildbänden bekannte, granatenscharfe Nahkampfmaschine Natalia alias Black Widow für «Iron Man 2» ihren Nachnamen geändert? (Gespielt wird sie jetzt von einer bemerkenswert elastischen Scarlett Johansson.) Welche Einsätze warten demnächst auf den Commander mit der schwarzen Augenklappe (hier: Samuel L. Jackson) und seine Supertruppe «S.H.I.E.L.D.»? Wie viele der gut 5000 Figuren aus dem Universum des Comic-Konzerns sind zu erhoffen für die bevorstehenden Leinwandabenteuer jener legendären Avengers, die in «Iron Man 2» angekündigt werden?

Zumindest für Marvel-Schwärmer sind die Fragen spannend. Dass der neue Film nebenbei als Laufsteg für massiv auf uns zukommenden Kinoadaptionen herhalten muss, ist allerdings auch seine grosse Bürde: Unter dem Zwang, eine knallige Fortsetzung und zugleich den Marvelmix-Werbetrailer für Schlange stehende Superheroen zu stemmen, haben sich Drehbuch (Justin Theroux) und Regie (abermals Jon Favreau) heillos verzettelt.





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