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Tagblatt Online, 05. November 2010 07:10:00

Bunte Film-Vielfalt

Wettbewerb

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«Haben Sie auch Biodiversität?» Mit der Artenvielfalt – dem vorgegebenen Thema des Filmwettbewerbs – sind die Jugendlichen kreativ umgegangen und haben kurze Spiel- und Animationsfilme gedreht.

Wettbewerb Ein neuer Filmwettbewerb für Jugendliche zum Thema Artenvielfalt zeigt Werke von Oberstufenschülern und Filmstudenten auf der Grossleinwand.

Roger Berhalter

Legomännchen ziehen mit vereinten Kräften einen Blauwal aus Knetmasse an Land. Mutter Erde spricht angesichts der braunen Brühe in ihrem Trinkkrug von einer «Zeit, da war das Wasser noch klar». Ein Jugendlicher fragt im Supermarkt: «Haben Sie auch Biodiversität?»

Für den «1. Ostschweizer Filmwettbewerb» haben junge Filmschaffende bis 26 Jahren aus den Kantonen St. Gallen und beiden Appenzell ihre kunterbunten Werke eingereicht. Vom wenige Sekunden langen Clip bis zum aufwendigen Animationsfilm.

Über 40 Filme kamen zusammen, von Oberstufenschülern, Maturanden, aber auch von Filmstudenten. Zwölf Kurz- und neun Kürzestfilme haben es in die Schlussrunde geschafft. «Manche Beiträge hätten auch an grösseren Festivals eine Chance», sagt Lukas Hofstetter. Er ist Projektleiter des Filmwettbewerbs, der von den WWF-Sektionen St. Gallen und Appenzell lanciert wurde und finanziell unterstützt wird.

Besser als YouTube

Hofstetter versteht den Filmwettbewerb als Sprungbrett für junge Ostschweizer Filmschaffende und möchte diese Plattform künftig regelmässig anbieten. Denn Potenzial bestehe genug: «Früher brauchte es teures Equipment, heute ist das Filmen technisch viel einfacher.» So einfach, dass heute jeder 15-Jährige selbstgedrehte Filmchen auf YouTube stellen kann.

Eine weltweite Plattform, doch ist das für Hofstetter nicht dasselbe: «Dort ist ein Clip eines Jungfilmers einer unter Millionen. Wir hingegen zeigen ihn als ausgesuchten Beitrag auf der Grossleinwand.» In der Wettbewerbsjury sitzen vier Film- und vier Umweltfachleute, darunter auch der St. Galler Künstler Roman Signer und Sascha Tittmann, der mit seiner Plattform «Sequenz» seit Jahren junge Trickfilmer fördert.

Nur 25 Stunden Zeit

Der selbsternannte «1. Ostschweizer Filmwettbewerb» ist allerdings nicht der erste seiner Art. Das St. Galler Kinok veranstaltete schon ab den 1990er-Jahren regelmässig eine Ostschweizer Werkschau und stellte bis 60 Minuten lange Filme aus der Region vor. Die Altersgrenze war zwar nach oben offen, die Mehrheit der Beiträge kam aber von Jugendlichen. Ebenfalls eine Ostschweizer Idee ist der «25-Stunden-Filmwettbewerb».

In dieser kurzen Zeit müssen die Teilnehmer einen Film zu einem vorgegebenen Thema drehen. Schon dreimal ging der Geschwindigkeits-Contest über die Bühne, die vierte Auflage folgt im kommenden Frühling. Lukas Hofstetter sieht seinen neuen Filmwettbewerb als regionale Ergänzung zu den grossen nationalen Wettbewerben wie den Schweizer Jugendfilmtagen oder dem Schweizer Jungfilmfestival in Luzern.

Jury- und Publikumspreis

Heute abend ab 20.30 Uhr sind die Wettbewerbsbeiträge im Kino Corso in St. Gallen zu sehen. Anschliessend folgt die Preisverleihung in den Kategorien Kurzfilm und Clip. Die Jury verteilt insgesamt 8000 Franken, zudem wird ein Publikumspreis verliehen.





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