Tagblatt Online, 29. April 2010 07:04:00
«Oma öffnet meine Fanpost»
Miley Cyrus spielt im Film «Mit Dir an meiner Seite ein Problemkind», das sich in Will (Liam Hemsworth) verliebt. Weltruhm erlangte die 17-Jährige als «Hannah Montana». Weil die Werbetour für ihren neuen Kinofilm in Europa wegen des Flugverbots abgesagt werden musste, stellte sich der bekannteste Teenager den Fragen am Telefon.
André Wesche
Miley, ein Vulkan auf Island hat Ihre Reise vereitelt. Konnten Sie ein paar freie Tage geniessen?
Miley Cyrus: Ja. Aber es muss schon ein Vulkan ausbrechen, um mich am Arbeiten zu hindern. Wir waren alle verärgert, nicht kommen zu können. Premieren machen grossen Spass. Man kann die Reaktionen der Fans beobachten, man hört sie lachen und weinen. Das ist etwas sehr Schönes.
Haben Sie etwas mit Ihrer Filmfigur Ronnie gemeinsam?
Cyrus: Eine Menge. Die ursprüngliche Geschichte wurde zwar nicht für mich geschrieben. Aber Nicholas Sparks, der auch das Drehbuch schrieb, hat viele Charakterzüge von mir auf Ronnie übertragen und sah mich von Anfang an in der Rolle. Dass ich Tiere und Musik liebe, sind zwei Parallelen von vielen.
Ronnie ist eine Rebellin. Wie rebellisch sind Sie?
Cyrus: Es ist nicht leicht, rebellisch zu sein, wenn man ständig im Auge der Öffentlichkeit steht. Ronnie ist sauer, weil ihre Eltern sich scheiden lassen. Ich selbst habe eine tolle Familie.
Können Sie sich an die erste Begegnung mit Co-Star Liam Hemsworth, der nun auch im wahren Leben Ihr Freund ist, erinnern?
Cyrus: Obwohl ich «Hannah Montana» drehte, war ich so oft wie möglich da, wenn Jungs für die Rolle vorsprachen.
Bei Liam wusste man gleich, dass er etwas Besonderes ist. Er ist attraktiv, sympathisch, bodenständig – man mag ihn sofort. Aber er hat auch etwas anderes an sich: ein gewisses Etwas. Es ist der Funken, der bewirkt, dass man ihn in einem Film sehen mag. Liam ist klug, er liebt seine Arbeit und geht diesem Job nicht nach, weil er berühmt sein möchte.
Wenn man bei der Arbeit von Menschen umgeben ist, die man wirklich mag, macht das die Sache leichter und die positive Atmosphäre überträgt sich auch auf den Zuschauer. Nicht nur mit Liam hat die Arbeit viel Spass gemacht. Auch Greg Kinnear (Mileys Filmvater) ist ein erdverbundener Mensch, der jeden Tag aufs neue inspiriert.
Zum ersten Mal spielt ein anderer Schauspieler Ihren Vater und nicht Ihr eigener.
Cyrus: Ja. «Mit Dir an meiner Seite» ist nicht «Hannah Montana». Ich muss keine blonde Perücke tragen, um Menschen zu inspirieren, sondern möchte neue Facetten zeigen.
Fällt es Ihnen schwer, vor der Kamera zärtlich zu sein?
Cyrus: Es ist nicht schlimm. Wenn man ein Drehbuch liest und einem Szenen peinlich sind, sollte man eine Rolle nicht annehmen. Das zu spielen, ist dein Job.
Würden Sie auch eine Drogenabhängige oder eine Serienkillerin spielen, wenn das Drehbuch gut ist?
Cyrus: Wenn es eine Geschichte ist, die eine inspirierende Botschaft hat und aus der die Menschen etwas für sich ziehen können, dann ja. Aber wenn ich nur besetzt werden soll, um mehr Presse zu bekommen, dann wäre das eine dumme Karriereentscheidung. Ich finde auch, dass man solche Rollen nicht spielen sollte, nur weil man einen Schritt weitergehen und sich verändern möchte. Es geht nicht darum, die Menschen zu schockieren und die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen.
Haben Sie davon geträumt, der erfolgreichste und bekannteste Teenager der Welt zu werden?
Cyrus: Nein. Aber man muss sich hohe Ziele stecken. Ich liebe, was ich tue und ich bin sehr glücklich, dass meine Arbeit respektiert wird. Die Chance stand eins zu einer Million und ich schätze mich sehr glücklich.
Was schreiben Ihnen die Fans?
Cyrus: Meine Grossmutter öffnet die Fanpost für mich. Am meisten freue ich mich, wenn mir jemand schreibt, dass ich ihn inspiriert habe, Musik zu machen.
Ich liebe Musik, sie wirkt befreiend auf mich. Durch sie kann ich meine Gefühle zum Ausdruck bringen, durch sie finde ich meinen Frieden.
Wann bist Du in der richtigen Stimmung, um ein gutes Liebeslied zu schreiben?
Cyrus: Das hängt davon ab, was für eine Art Lied es ist. Die besten Popsongs schreibe ich, wenn ich gut gelaunt bin. Ich liebe es auch zu schreiben, wenn ich traurig bin. Diese Songs sind oft die organischsten, realistischsten. Sie berühren die Menschen besonders.
Wie unterscheidet sich die Film-Miley von der echten Miley?
Cyrus: Ich halte es für wichtig, Privates und Geschäftliches zu trennen. Selbst mit Liam halte ich es während der Arbeit so professionell wie möglich. Niemand hat etwas bemerkt. Auf der anderen Seite bringen wir nichts vom Set mit nach Hause. Das gilt besonders für meinen Dad und mich. Wenn es nur darum geht, unsere Texte abzuhören, gehört das an den Set.
Zu Hause geht es nur um uns als Familie, da ist kein Platz für geschäftliche Sorgen oder negative Dinge. Unser Privatleben soll privat und positiv bleiben.
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