«Klein und fein und grün»

Dodo Hug, Stahlberger, Heinz de Specht und Martin O. heissen die Headliner des diesjährigen «Weihern Unplugged». Veranstalter Dario Aemisegger macht die Frauenbadi vom 12.–14. September wiederum zum Open Air. Diesmal darf's auch etwas lauter werden.
14. Juni 2014, 02:45
ROGER BERHALTER

Noch gehört die Frauenbadi den Badegästen. Doch Dario Aemisegger kann sich jetzt schon genau vorstellen, wie das Gelände in drei Monaten aussehen wird. «Hier wird der Backstagebereich sein, wir stellen lange Tische auf», sagt der Veranstalter. In der Badhütte werde dieses Jahr keine Bühne mehr stehen, stattdessen gebe es gedeckte Tische und «edles Catering».

Schweizer Musik und Comedy

Vom 12. bis 14. September geht in der Frauenbadi auf Dreilinden zum drittenmal das «Weihern Unplugged» über die Bühne. Als «klein und fein und grün» bezeichnet Aemisegger sein Open Air, das sich nicht an eine Partymeute richte, sondern «an ein anspruchsvolles Publikum, das gute Musik und ein gediegenes Ambiente schätzt».

So wird am ersten Abend des dreitägigen Festivals Dodo Hug in der Frauenbadi singen, am Samstag folgen unter anderen die Kabarettisten Strohmann Kauz und das Trio Heinz de Specht sowie Manuel Stahlberger mit seiner Band. Am Sonntag treten der Stimmenvirtuose Martin O. und der Singer-Songwriter Shem Thomas auf. Letzteren hatte Aemisegger schon vor dessen «Voice of Switzerland»-Erfolg im Auge.

Der Fokus liegt also auf Schweizer Musik, wobei auch immer mehr Kabarettisten den Weg auf Drei Weieren finden sollen. «Comedy passt zum Festival. Nicht zuletzt, weil man bei uns jedes Wort versteht», sagt Aemisegger. Angeblich will sich dieses Jahr sogar Kabarettist Simon Enzler, der nie an Festivals auftritt, das «Weihern Unplugged» von Nahem anschauen.

Platz für 2000 Besucher

Das Open Air hat sich in den letzten Jahren als gemütliches, familienfreundliches Festival abseits der bierseligen Rambazamba-Events einen Namen gemacht. Bei der ersten Ausgabe kamen 500 Besucher, vergangenes Jahr waren es trotz Wetterpechs schon 1200, und in diesem Jahr hat es Platz für insgesamt 2000 Besucher. «Wir sprechen offenbar ein Publikum an, für das es bisher kein Festival gab», sagt Dario Aemisegger. Seit neustem sei das «Weihern Unplugged» auch in der offiziellen Broschüre von St. Gallen-Bodensee Tourismus als «Event Highlight» aufgeführt. Ein Zeichen, dass sich das kleine Open Air zur festen Grösse in der regionalen Kulturlandschaft entwickelt.

Alkoholverbot wird überprüft

So schön und idyllisch die Frauenbadi auf Drei Weieren ist: Es gibt einfachere Orte, ein Festival zu planen. Wie in allen städtischen Badis ist der Alkoholausschank verboten, und es gelten sensible Auflagen, gerade was die Lautstärke betrifft. Nun scheint die Stadt die straffen Regeln aber zu lockern. Zweimal – an den Konzerten von Stahlberger sowie Thomaten & Beeren am Samstag – darf es etwas lauter werden (93 statt 90 Dezibel), und das Alkoholverbot wird nochmals überprüft. «Wir werden auch dieses Jahr kein Bier ausschenken», stellt Aemisegger klar und schiebt vielsagend nach: «Auch bei den ersten Open Airs im Sittertobel war der Alkoholausschank verboten.»

Tagespässe 38 bis 58 Franken, Ticketverkauf ab 19.6. unter www.weihern-unplugged.ch

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