Fernsehmomente für die Ewigkeit

IM GEDENKEN AN KURT FELIX ⋅ Am 16. Mai vor fünf Jahren erlag Kurt Felix einem Krebsleiden. Ob "Teleboy", "Verstehen Sie Spass" oder "Supertreffer": Die St.Galler Fernsehlegende bleibt unvergessen. Eine Rückschau auf sein Leben vor der Kamera in ausgewählten Clips.
16. Mai 2017, 05:41
Sarah Gerteis
Mit einem Tonbandgerät fing alles an: Bereits als Knirps bastelte Kurt Felix an eigenen Fussballreportagen, später kamen von ihm geschriebene Hörspiele hinzu, dann folgten Einsätze für Radios und Zeitungen, und schliesslich kam er zum Fernsehen.
Der Startschuss für interaktives Fernsehen: 1968 präsentierte Kurt Felix im Alter von 27 Jahren erstmals die Jasssendung "Stöck-Wys-Stich" - mit dem live zugeschalteten Telefonjasser. Das Vorgängerformat des "Samschtig-Jass" war eine Erfindung von Felix und ist nach wie vor ein grosser Erfolg.

Am 23. Februar 1970 feierte der nächste Geniestreich von Kurt Felix Premiere: Die Unterhaltungsshow "Teleboy" flimmerte erstmals über den Schirm. Felix hatte die Show nicht nur konzipiert, sondern stand auch als Moderator vor der Kamera und lieh dem blauen Maskottchen seine Stimme. "Teleboy" gilt als erfolgreichste Unterhaltungssendung in der Geschichte des Schweizer Fernsehens und sorgte unter anderem mit Scherzen mit der versteckten Kamera für Furore, die auch heute noch Kultstatus haben.Die Spässe mit der versteckten Kamera waren dermassen erfolgreich, dass Kurt Felix daraus eine eigene Sendung entwickelte. Und damit fremd ging: "Verstehen Sie Spass" wurde erstmals am 31. Januar 1980 auf dem deutschen Sender SDR ausgestrahlt. Ab 1983 wurde "Verstehen Sie Spass" zur grossen Samstagabendshow ausgebaut, und Kurt Felix holte für die Co-Moderation seine Frau Paola mit an Bord. Der Erfolg war enorm: Bis zu 22 Millionen sassen jeweils vor dem Bildschirm.
Viele Promis und Nicht-Promis krochen Kurt Felix in all den Jahren mit der versteckten Kamera auf den Leim. Aber auch der gelernte Lehrer selber wurde gelegentlich Opfer seiner Scherze - und nahm dies stets mit einer grossen Prise Galgenhumor.
1987 kehrte Kurt Felix zum Schweizer Fernsehen zurück und präsentierte mit "Supertreffer" eine weitere grosse Samstagabendkiste. Die Sendung in Zusammenarbeit mit der Landeslotterie und mit Hund "Sheriff" als tierischem Assistenten zündete nicht von Beginn weg, wurde aber nach einigen Startschwierigkeiten doch noch äusserst erfolgreich. Felix moderierte "Supertreffer" bis 1991, danach zog er sich ins Privatleben zurück.
Am 16. Mai 2012 starb Kurt Felix nach langem Kampf gegen den Krebs im Kantonsspital St.Gallen. Er hinterliess seinen Sohn Daniel aus erster Ehe sowie seine Frau Paola, mit der er ab 1980 in zweiter Ehe verheiratet war. Die St.Galler Schlagersängerin ("Blue Bayou") und der gebürtige Wiler galten als Traumpaar der Fernsehindustrie - und waren es auch hinter den Kulissen. "Wir waren füreinander bestimmt", sagte Paola Felix erst kürzlich in einem Interview mit der "Schweizer Illustrierten". "In einem nächsten Leben kämen Kurt und ich wieder zusammen."

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