Erster Applaus im neuen Theater

Das Theater 111 an der Grossackerstrasse 3 hat am Wochenende die Eröffnung gefeiert. Theater, Tanz und Lesungen gaben einen Vorgeschmack auf das, was künftig im neuen Kleintheater über die Bühne gehen wird.
02. September 2013, 13:35
ROGER BERHALTER

Das Saallicht geht an, das Publikum klatscht, der Applaus hallt von den Wänden wider, und man spürt zum erstenmal, wie das in Zukunft sein wird im Theater 111. An diesem Sonntagabend hat Eva Fuhrer soeben eine kurze Tanzperformance gezeigt, zu Klängen von Eric Saties «Vexations». Es ist ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen soll im neuen Theater an der Grossackerstrasse 3.

Mit einem zweitägigen Programm feiert das Kleintheater an diesem Wochenende die Eröffnung. Der Samstagnachmittag gehört den Kindern: Auf dem Programm stehen zunächst Zirkusanimationen mit Joséphine François, dann erzählt Claudia Wirth Nachtigall-Geschichten. Am Abend folgt eine erste Theateraufführung im neuen Saal: «Schwein, Weib und Gesang» des Theaters Fleisch und Pappe.

Die Nischen kommen zum Zug

Während das «grosse» Theater St. Gallen am gleichen Wochenende mit einem Fest für 5000 Besucher in die neue Saison startet (siehe Seite 37), vollzieht sich die Eröffnung des neuen Theaters 111 in deutlich kleinerem Rahmen. Ein Sinnbild auch für den künftigen Betrieb: Während im Grossen Haus die grossen Stücke spielen, sollen im unabhängigen Theater 111 mit gut 40 Sitzplätzen die Nischen zum Zug und kleinere Produktionen zur Aufführung kommen. Ein siebenköpfiges Kollektiv leitet das neue Kleintheater und hat bis Ende Januar ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt, mit Figurentheater, Schauspiel, Konzerten, Lesungen und mehr.

Am Sonntagnachmittag füllt sich das kleine Theater nach und nach. Freunde der Theaterleiter schauen vorbei, Bühnenbegeisterte stecken neugierig die Nase herein und blicken sich im frischrenovierten Raum um. Dort ist die Kinoleinwand verschwunden, die Polstersessel sind noch da, aber nun steiler angeordnet, damit die Bühne vorne Platz hat.

Die Stimmung ist familiär, man plaudert bei Kaffee und Kuchen. «Ich finde es schön, dass die freie Theaterszene in St. Gallen nun einen eigenen Raum hat», sagt eine Besucherin. Eine andere fühlt sich angesichts des Theatersaals an ein Kleintheater in Biel erinnert. Im Gästebuch finden sich schon die ersten Einträge. Kinder haben Zeichnungen hinterlassen, Erwachsene ihre freudigen Erwartungen und Glückwünsche formuliert: «Das schönste Kleintheater der Ostschweiz! Nun gilt es, dieses zu füllen, mit Inhalt und guter Unterhaltung.»

Mit Beethoven in die erste Saison

Nach der Tanzperformance liest Schauspieler Thomas Fuhrer aus Thomas Manns «Doktor Faustus». Es geht um Beethoven und dessen Opus 111, das dem Kleintheater den Namen gab. Um Beethoven wird es auch im ersten Stück auf dem Spielplan gehen. Am 11. September startet das Theater 111 in die erste Saison.


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