Durchaus auch Verschrobenes

Am 6. und 7. Februar ist St. Gallen wieder fest in skandinavischer Hand. Am 9. Nordklang-Festival wird unter anderem wieder ein Stummfilm live vertont, und vielleicht zieht diesmal sogar ein Männerchor durch die Stadt.
09. Januar 2015, 02:35
ROGER BERHALTER

ST. GALLEN. Maskinvad? Chorus Grant? Sekuoia? Kaum jemand dürfte diese Namen kennen. Doch genau darum geht's beim Nordklang-Festival: «An unserem Festival kann man Unerwartetes und durchaus Verschrobenes entdecken», sagte Tobias Bolzern vom Verein Nordklang gestern an der Präsentation des neuen Programms. Zum neuntenmal findet am 6. und 7. Februar das Festival für nordische Musik in St. Gallen statt. Viele der Bands spielen zum erstenmal in der Schweiz.

Folk erhält mehr Gewicht

Die musikalische Palette ist erneut breit und reicht von experimenteller Elektronik über mittelalterliche Instrumente und sanfte Stimmen bis hin zu düsterem Folk. Gerade die Folkmusik erhält in diesem Jahr wieder mehr Gewicht, vertreten durch Haaga Folk Machine aus Finnland und Asynje aus Dänemark.

Auch Mike Sheridan haben die Veranstalter verpflichtet, das dänische «Techno-Wunderkind», das schon als Teenager am renommierten Sonar-Festival in Barcelona auftrat. In St. Gallen wird er das Nordklang eröffnen. Zusammen mit dem Gaiser Bassisten Patrick Kessler vertont der Däne am Freitag in der Lokremise «Terje Vigen», einen schwedischen Stummfilm aus dem Jahr 1917. Schon im vergangenen Jahr haben die Nordklang-Macher eine solche Live-Vertonung auf die Beine gestellt, mit dem St. Galler Bit-Tuner und dem schrägen Dänen Goodiepal. «So exzentrisch wirds nicht mehr werden», sagt Nordklang-Präsident Felix van den Berg schmunzelnd.

Am Festivalsamstag kommt es ebenfalls zu einer Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd. Das düstere Folk-Trio Get Your Gun aus Dänemark spannt mit einem Ostschweizer Männerchor zusammen, den der St. Galler Chorleiter Bernhard Bichler zusammenstellt. Im Pfalz- und im Hofkeller wird die Truppe den Abend eröffnen, bevor Get Your Gun hinüber in die Grabenhalle wechseln für ein weiteres, lauteres Set. «Am liebsten würden wir den Chor quer durch die Stadt spazieren lassen, aber das hängt wohl auch vom Wetter ab», sagt Felix van den Berg.

Nordisk-Festival zu Gast

Zum erstenmal arbeitet Nordklang mit dem Festival Nordisk zusammen. Dahinter steckt der befreundete Veranstalter Jim Holm aus Dänemark, mit dem die Nordklang-Macher schon seit Jahren in Kontakt sind. «Er hatte immer wieder Bands im Programm, die auch auf unserer Wunschliste standen», sagt Tobias Bolzern. Deshalb habe man Holm nun persönlich eingeladen, und vier der Nordisk-Bands stehen nun auch auf dem Nordklang-Programm.

Erste Ideen für das Jubiläum

Die Besucher – letztes Jahr waren es rund 1500 – will man dieses Jahr besser verteilen, nachdem 2014 der Andrang zeitweise zu gross gewesen war. «Vor allem der Pfalzkeller war überfüllt, das hat viele Leute verärgert», sagt Van den Berg und gelobt Besserung. 2016 steht dann schon das Jubiläum, die zehnte Nordklang-Ausgabe an. «Da sind schon viele Ideen vorhanden», verrät Tobias Bolzern.

Festivalpass für 35 Franken im Vorverkauf bei Transa Travel & Outdoor (Bahnhofstrasse 10) und Viegener Optik (Schmiedgasse 35), St. Gallen; www.nordklang.ch

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