Xi und Trump mit unterschiedlichen Ansichten

APEC-GIPFEL ⋅ US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping haben am Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC unterschiedliche Visionen für die Region präsentiert. Trump will auf bilaterale Handelsverträge setzen, Xi auf multilateralen Freihandel.
Aktualisiert: 
10.11.2017, 10:38
10. November 2017, 03:29

Trump zeichnete am APEC-Gipfel das Bild einer wirtschaftlich enorm kraftvollen Region, in der gleichwohl jeder sein Heil auf eigene Faust suchen müsse. Er werde Amerika immer an erste Stelle setzen und empfehle jedem anderen Land, genauso zu verfahren, sagte Trump am Freitag im vietnamesischen Da Nang.

Trumps Rede bedeutet im Kern eine radikale Abkehr der USA von multilateralen Bündnissen, an deren Stelle aus seiner Sicht isolierte Verträge zwischen einzelnen Ländern treten sollten. Trump sagte, er werde nicht mehr zulassen, dass jemand die USA ausnutze. Auch seien die USA unfair von der Welthandelsorganisation WTO behandelt worden.

Die USA wollten mit solchen Ländern zusammenarbeiten, deren Verhältnis auf den Prinzipien von Fairness und Gegenseitigkeit wurzele. Zu lange sei das Gegenteil geschehen, sagte er. Die USA böten jedem Land die Hand, das sich "an die Regeln halte". Wer dies nicht tue, müsse mit Konsequenzen rechnen.

TPP ohne USA

"Ich will mit jedem Land der indo-pazifischen Region bilaterale Handelsbeziehungen, die unser Partner sein will", sagte Trump. Damit verteidigte er auch den Rückzug der USA aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP. Gleichwohl wollen die elf Vertragspartner ohne die USA gemeinsam weitergehen.

Die neue Politik der USA bedeutet einen enormen Vorteil für China, das sich bereits sehr stark in der Region engagiert. Für die meisten Pazifikanrainer waren die USA lange Jahre das grosse, starke Gegengewicht zu China.

Der chinesische Präsident Xi warb am APEC-Gipel in einer Grundsatzrede denn auch für ein "globales Netzwerk von Freihandelszonen". Zugleich versprach er, auch weniger entwickelte Nationen von Chinas Wirtschaftswachstum profitieren zu lassen. Die Rede - unmittelbar nach einem Auftritt von Trump - wurde immer wieder von Applaus unterbrochen.

Xi will Wachstumsgewinne verteilen

Chinas Staatschef bezeichnete die Globalisierung als "unumkehrbaren historischen Trend". Die globalen Wachstumsgewinne müssten aber "offener, inklusiver und ausgeglichener" verteilt werden. China sei dazu bereit.

"Wir sollten den Multilateralismus hochhalten, durch Zusammenarbeit und enge Partnerschaft", sagte Xi. Mit offenen Wirtschaften könnten alle vom Wachstum profitieren, während Abschottung andere zurücklasse.

Wenn dies gelinge, stehe dem asiatisch-pazifischen Raum eine "helle Zukunft" bevor. Als zweitgrösste Weltwirtschaft und "ein Haupttreiber des globalen Wachstums" sei sich China seiner Verantwortung bewusst. (sda/dpa)


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