Paul Ryan für strengere Waffengesetze

USA ⋅ Nach dem Massaker von Las Vegas haben sich republikanische US-Abgeordnete offen für eine gezielte Verschärfung der Waffengesetze gezeigt.
Aktualisiert: 
05.10.2017, 23:15
05. Oktober 2017, 23:22

Am Donnerstag schloss sich der einflussreiche Präsident des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, der Forderung an, ein Verkaufsverbot für sogenannte "bump stocks" zu prüfen. Diese Vorrichtungen am Kolben von halbautomatischen Waffen erlauben ein Schiessen mit Geschwindigkeiten wie bei automatischen. "Bis diese Woche wusste ich überhaupt nicht, was das ist", sagte Ryan im Hörfunk. Das Präsidialamt begrüsste in einer Erklärung eine parteiübergreifende Debatte über ein Verbot.

Die einflussreiche Waffenlobby NRA signalisierte, dass sie sich einem solchen Schritt nicht entgegenstellen würde. Für eine derartige Umrüstung müssten zusätzliche Vorschriften gelten, erklärte sie.

Die US-Behörden müssten "sofort" prüfen, ob die Vorrichtung zur Umrüstung von halbautomatischen auf vollautomatische Waffen "dem Bundesgesetz entspreche", erklärten die Chefs der National Rifle Association (NRA), Wayne La Pierre und Chris Cox, am Donnerstag. Sie gingen davon aus, dass eine "verstärkte Kontrolle" nötig sei.

Republikaner lenken ein

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, begrüsste die Vorschläge der NRA und anderer Gruppen und erklärte, "gerne Teil der Debatte zu sein". Präsident Donald Trump hatte sich nach der Tat grundsätzlich offen für Gespräche über das in den USA überaus laxe Waffenrecht gezeigt. "Wir werden im weiteren Verlauf der Zeit über die Waffengesetze sprechen", sagte er.

Sein Vorgänger Barack Obama war mit diversen Anläufen zur Verschärfung des Waffenrechts am Widerstand der Republikaner im Kongress gescheitert. Dass Trump sich auf weitgehende Restriktionen des privaten Waffenbesitzes einlässt, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Während des Wahlkampfs hatte er sich mit der NRA verbündet, welche die Kandidatur des Rechtspopulisten unterstützte.

Aus Schaden klug werden

Unter den 50 sichergestellten Schusswaffen des Attentäters von Las Vegas befanden sich zwölf mit der Vorrichtung. Von einem Hotelzimmer aus hatte er während eines Country-Konzerts 58 Menschen erschossen und 489 verletzt, bevor er sich den Ermittler zufolge selbst das Leben nahm. Nach ihren Angaben ist das Motiv des Täters weiter rätselhaft. (sda/reu/afp)


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