Libyens Küstenwache aggressiv gegenüber NGOs

FLÜCHTLINGE ⋅ Der Chef der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, hat die libysche Küstenwache wegen ihres Vorgehens gegen Rettungseinsätze internationaler Hilfsorganisationen kritisiert.
11. Oktober 2017, 11:43

"Die Küstenwache tritt zum Teil aggressiv und gewalttätig auf, das muss sich verbessern", sagte Leggeri der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwoch).

Er machte aber deutlich, dass das nordafrikanische Land selbstverständlich in die Lage versetzt werden müsse, Schlepper bereits an der Küste zu stoppen. Es sei daher hilfreich, dass die EU die Ausbildung der libyschen Küstenwache verbessern wolle.

Nach Angaben von Frontex ist die Zahl der Migranten, die über die zentrale Mittelmeerroute in Italien eintreffen, in den vergangenen Monaten um etwa 50 Prozent gesunken. "Trotzdem sind es immer noch zu viele, die illegal über das Mittelmeer einreisen", sagte Leggeri.

Eine signifikante Verlagerung der Libyen-Route auf andere Länder gibt es laut Frontex bisher nicht. Die Zahl irregulärer Grenzübertritte von Afrika nach Spanien habe sich im Vergleich zum Vorjahr zwar verdreifacht, insgesamt seien dies aber nur rund 12'000.

Über die zentrale Mittelmeerroute kamen laut Frontex von Januar bis August 99'796 Menschen nach Italien. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen 2017 bis zum 8. Oktober insgesamt 147'854 Menschen nach Europa. Im Gesamtjahr 2016 waren es 387'739. (sda/dpa)


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