Keine Wahlmanipulationen in Kenia

KENIA ⋅ Die Präsidentenwahl in Kenia ist laut internationalen Beobachtern ohne Unregelmässigkeiten abgelaufen. Es gebe keine Anzeichen für eine Manipulation, sagte die Leiterin der EU-Beobachtermission, Marietje Schaake, zu Betrugsvorwürfen der Opposition.
10. August 2017, 15:17

Auch andere Beobachter wie der ehemalige südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der die Mission der Afrikanischen Union leitete, und der ehemalige US-Aussenminister John Kerry sprachen von einem fairen Wahlverlauf.

Der nach den vorläufigen Ergebnissen unterlegene Oppositionskandidat Raila Odinga hatte am Mittwoch gesagt, Hacker seien in das Computersystem der Wahlkommission eingedrungen. Das habe zu einem "massiven und umfassenden" Wahlbetrug geführt.

Versuchter Hackerangriff

Der Leiter der Wahlkommission, Wafula Chebukati, sagte am Donnerstag, es sei zu einem erfolglosen Versuch eines Hackerangriffs gekommen. Vorläufige Ermittlungen hätten gezeigt, dass es einen Versuch gab, die Datenbank der Wahlbehörde zu hacken. Dieser sei aber nicht erfolgreich gewesen. Am Mittwoch hatte die Wahlkommission Berichte über einen Hackerangriff noch zurückgewiesen.

Nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen erhielt der Oppositionelle Odinga knapp 45 Prozent der Stimmen. Er lag damit deutlich hinter Amtsinhaber Uhuru Kenyatta, der auf etwas mehr als 54 Prozent kam.

Odinga reklamierte dagegen für sich, bei der Abstimmung am Dienstag besser abgeschnitten zu haben. Er berief sich auf Einschätzungen seiner Partei und veröffentlichte 50 Seiten Computerausdrucke, um seinen Vorwurf der Manipulation durch Hacker zu untermauern.

Neben dem Präsidenten und beiden Kammern des Parlaments haben die kenianischen Wahlberechtigten in den 47 Verwaltungsbezirken des Landes auch neue Gouverneure und Regionalvertretungen bestimmt.

Mehrere Tote

Sowohl in der Hauptstadt Nairobi als auch in der Oppositionshochburg Kisumu waren Proteste ausgebrochen. Die Polizei erschoss Augenzeugen zufolge mindestens drei Menschen. Demonstranten töteten demnach eine vierte Person.

Die Vorkommnisse schürten Befürchtungen, dass es zu ähnlichen Ausschreitungen zwischen den Bevölkerungsgruppen wie bei der Präsidentenwahl 2007 kommen könnte. Damals kamen etwa 1200 Menschen ums Leben. (sda/reu/dpa)


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