Zur Mobile-Ansicht wechseln
Tagblatt Online
15. März 2016, 21:56 Uhr

Verdächtiger bei Anti-Terror-Razzia getötet

Ein erster Schusswechsel begann, als die Spezialeinheiten ein Haus durchsuchen wollte. Die Verfolgung der Verdächtigen dauerte bis in den Abend. Zoom

Ein erster Schusswechsel begann, als die Spezialeinheiten ein Haus durchsuchen wollte. Die Verfolgung der Verdächtigen dauerte bis in den Abend. (Bild: KEYSTONE/EPA/LAURENT DUBRULE)

Bei einer Razzia in Brüssel im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen ist nach Angaben belgischer Medien ein Verdächtiger von der Polizei erschossen worden. Zudem wurden vier Polizisten verletzt.

Die Identität des getöteten Flüchtenden blieb zunächst unklar. Die Leiche sei bei einer Hausdurchsuchung in der Gemeinde Forest gefunden worden, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van Der Sypt, laut der Nachrichtenagentur Belga mit.

Es handle sich nicht um den 26 Jahre alten Franzosen Salah Abdeslam, der im Zusammenhang mit der Pariser Anschlägen vom vergangenen November gesucht wird.

Schusswechsel bei Hausdurchsuchung

Der Polizei-Einsatz im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen hatte bereits am Nachmittag begonnen. Bei der Durchsuchung im Stadtteil Forest, an der neben belgischen auch französische Polizisten beteiligt waren, seien mehrfach Schüsse auf die Beamten abgefeuert worden, teilte Belgiens Staatsanwaltschaft mit.

Dabei seien drei Polizisten angeschossen worden. Zwei Verdächtige konnten nach Angaben der Staatsanwaltschaft fliehen und verschanzten sich in einer anderen Wohnung.

Ein weiterer Polizist sei bei einem späteren Schusswechsel verletzt worden. Angaben über die Nationalität der Polizisten machte die Staatsanwaltschaft nicht. Einer der Polizisten sei durch Schüsse in Kopf und Ohr schwer verwundet worden, berichtete die Zeitung "La Dernière Heure".

Am Abend berichteten Medien dann unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, die Polizei habe die Wohnung gestürmt und dabei einen Toten gefunden. Der Tote soll Beziehungen zur dschihadistischen Bewegung in Brüssel gehabt haben.

Strassen gesperrt, Schulen geschlossen

Die Einsatzkräfte waren mit einem Grossaufgebot vor Ort. Belgische Spezialkräfte und ein Helikopter waren zum weiträumig abgeriegelten Tatort geschickt worden. Zwei Schulen und zwei Kitas in der Umgebung wurden evakuiert.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, es habe sich um eine gemeinsame Razzia der belgischen und der französischen Polizei gehandelt.

Aus Polizeikreisen in Paris verlautete, der Einsatz habe nicht dem flüchtigen Terroristen Salah Abdeslam gegolten. Der Bruder eines der Selbstmordattentäter vom 13. November wird seit den Pariser Anschlägen als Mittäter gesucht. "Die Operation galt nicht Salah Abdeslam, sondern dem Umfeld eines oder mehrerer der elf belgischen Beschuldigten", hiess es.

Einige der Attentäter von Paris lebten vor den Anschlägen im Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek und waren den Sicherheitsbehörden bekannt. Nach den Attentaten wurde daher Kritik an der Arbeit der belgischen Ermittler laut.

Von den elf Verdächtigen, die in Belgien wegen der Pariser Anschläge festgenommen wurden, sitzen noch acht in Untersuchungshaft. Nach Abdeslam, der in Molenbeek aufwuchs, wird weiterhin gefahndet. Er soll sich nach den Anschlägen drei Wochen lang in der Gemeinde Schaerbeek im Norden von Brüssel versteckt haben. (sda/afp/dpa)



Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren.



zombie1969 (15. März 2016, 16:55)
Die...

CH ist genauso wie Deutschland, Frankreich und Belgien Rückzugsgebiet. Nicht selten reisen Terroristen hierzulande zur Erholung ein. Und nicht nur die vom Daesh (IS).
In allen Staaten Europas halten sich sehr viele Extremisten auf. Die CH ist bisher nur einem Anschlag entgangen, weil die CH sozusagen das Ferienhaus mit zusätzlicher Sozialhilfe für Extremisten jeglicher Couleur darstellt.
Oder anders ausgedrückt: Urlaub und Erholung mit Bezahlung aus den Sozialkassen.

Beitrag kommentieren

fedex (15. März 2016, 19:32)
'Urlaub mit Bezahlung aus Sozialkassen'..

..ist bei Massenmörder wohl das klitzekleinste Problem und damit irrelevant. Die überwältigende Mehrheit der Migranten sind keine Massenmörder. Es ist (mir) auch kein Fall der jüngsten Geschichte bekannt, bei dem ein Terrorist die CH als Rückzugsort nutzte.

Beitrag kommentieren

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

ostjob.ch  STELLENSUCHE

Ostschweizer Trauerportal

tagblatt.ch / leserbilder

FACEBOOK.COM /TAGBLATT