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Tagblatt Online
21. September 2016, 05:26 Uhr

Obama für gemeinsame Flüchtlingspolitik

Bei seinem Flüchtlingsgipfel am Rande der UNO-Generalversammlung hat US-Präsident Barack Obama die Weltgemeinschaft dazu aufgerufen, die Flüchtlingskrise gemeinsam anzupacken. "Die Geschichte wird uns streng beurteilen, wenn wir diesen Moment nicht wahrnehmen."

Obama zog am Dienstagabend einen Vergleich zum Kampf gegen Nazi-Deutschland. Es werde schwere Konsequenzen haben, wenn die Weltgemeinschaft die Flüchtlingskrise nicht gemeinsam anpacke, sagte er. Flüchtlinge sollten nicht als Last angesehen werden, sondern könnten ihre jeweiligen Aufnahmeländer bereichern und stärker machen.

Auch die USA seien einst von Flüchtlingen und Migranten aufgebaut worden, sagte der scheidende US-Präsident. "Dieser Gipfel muss der Beginn einer neuen, weltweiten Bewegung sein", sagte Obama.

Explizit lobte Obama die Flüchtlingspolitik Deutschlands unter Kanzlerin Angela Merkel und Kanadas. Beide Länder hätten ihr Äusserstes gegeben, um Flüchtlingen zu helfen und sie zu unterstützen. Auch Schweden, Jordanien sowie Mexiko, wo nach UNO-Angaben dieses Jahr bis zu 400'000 Flüchtlinge vor allem aus Zentral- und Südamerika erwartet werden, hätten viel geleistet.

Die teilnehmenden Länder verpflichteten sich bei dem Gipfel, sich mehr für Flüchtlinge zu engagieren - mit Geld, Aufnahmen sowie Zugang zu Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten. Insgesamt haben die teilnehmenden Länder nach Angaben des Weissen Hauses damit in diesem Jahr schon mehr als 4,5 Milliarden Dollar mehr als im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellt.

Der Flüchtlingsgipfel war von den USA organisiert worden, UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, Kanada, Äthiopien, Deutschland, Jordanien, Mexiko und Schweden fungierten als Co-Gastgeber. (sda/dpa)



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zombie1969 (21. September 2016, 13:48)
Man...

wird den Eindruck nicht los, dass das kleine aber machtvolle Wort "Asyl" nicht mehr dem entspricht, wofür es einst geschaffen wurde. Das nun millionenfache Armuts- oder Arbeitsmigration unter dem Vorwand des Asyls missbraucht wird, ist auch Schuld derjenigen Verantwortlichen die keine Trennlinie mehr zwischen Asyl und illegaler Migration ziehen. Während z. B. die CH und D praktisch alle mit vielen Milliarden versorgt, die es über die Grenze schaffen, werden die eigentlichen Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern, die aus finanziellen Gründen keine Möglichkeit zu einem Europatrip habe, geflissentlich vergessen. Das sollte überdacht und geändert werden.

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Pumpelche (21. September 2016, 08:10)
Interessant

Und wie genau werden die USA bspw. auf unserem Kontinent unterstützend zur Seite stehen? Oder war das eine Einladung, dass wir Frachter vollstopfen und über den grossen Teich schicken?

Die würden sich lieber dafür einsetzen, dass sich die Lage in den Krisenländern stabilisiert = weniger Flüchtlinge. Das hingegen steht - wie wir erfahren mussten - im reziproken Verhältnis zu deren ur-eigenen Interessen.

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frieda (21. September 2016, 11:22)
nicht so einseitig

Wir sollten das Problem nicht so europa-zentriert sehen. Natürlich kommen Flüchtlinge aus Nordafrika oder dem Nahen Osten eher nach Europa als in die USA. Das ist einfache eine Frage der Geographie. Aber Migranten aus Süd- und Mittelamerika zieht es ebenso logisch eher in die USA und nach Kanada. Ebenso Arbeitsmigranten aus Indien und China. Neben der legalen Einwanderung leben allein in den USA mindestens 12 Mio. illegal Eingewanderte (das ist die niedrigste Schätzung, es gibt auch solche, die klar höher liegen). Ganz zu schweigen davon, dass in Europa nur etwa 10 Prozent der Menschen ankommen, die aus ihrer Heimat fliehen. 90 Prozent fliehen entweder innerhalb ihres Herkunftslandes oder in die direkten Nachbarstaaten. Weshalb der Aufruf, die Flüchtlingskrise gemeinsam anzupacken, eben nicht nur Europa meint.

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