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Tagblatt Online
21. September 2016, 10:55 Uhr

Hunderte Flüchtlinge auf Lesbos obdachlos

Nach dem Brand in einem Auffanglager auf der griechischen Insel Lesbos haben rund 800 Flüchtlinge noch kein Dach über dem Kopf. Andere Bewohner des Lagers konnten von freiwilligen Helfern und Mitarbeitern der Hilfsorganisationen provisorisch untergebracht werden.

Das berichtete die Athener Tageszeitung "Kathimerini" am Mittwoch. Das Auffanglager "Moria" war am Montag durch ein Feuer, das von Flüchtlingen gelegt worden sein soll, zu mehr als 60 Prozent zerstört worden. Zeitweise waren Tausende Bewohner obdachlos.

Im Laufe des Mittwochs wurde im Hafen der Inselhauptstadt Mytilini eine Fähre erwartet, auf der bis zu 1000 Menschen vorübergehend Platz finden sollen. Auch versuchen Freiwillige dem Bericht zufolge, im abgebrannten Lager zu retten, was zu retten ist, um weitere Menschen unterzubringen.

Kein neuer Hotspot geplant

Auf Lesbos soll nach dem Brand kein neuer Hotspot für Flüchtlinge gebaut werden, sicherte der griechische Migrationsminister Ioannis Mouzalas dem Bürgermeister der Insel in einem Schreiben zu. "Stattdessen ist die Regierung bestrebt, so schnell wie möglich die Zahl der Flüchtlinge auf den Inseln zu reduzieren", zitierte die Online-Zeitung "Politis" aus dem Schreiben.

Der Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos, sagte am Mittwoch dem Fernsehsender Skai, er sei weiterhin bereit, 3000 Flüchtlinge zu beherbergen - so viele, wie Plätze vorhanden seien, um die Menschen anständig zu versorgen. "Aber wir können nicht auch nur einen einzigen Menschen mehr aufnehmen." Auf Lesbos halten sich derzeit knapp 5800 Flüchtlinge auf.

Von Dienstag auf Mittwoch kamen weitere 74 hinzu, die illegal von der Türkei übergesetzt hatten, wie der griechische Flüchtlingskrisenstab mitteilte. Galinos forderte, die Menschen in Griechenland besser zu verteilen. (sda/dpa)



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zombie1969 (21. September 2016, 12:45)
Wenn...

man gerade vor Krieg geflohen ist, sollte Griechenland durchaus ein akzeptabler Ort sein.
Wenn man aber nicht verfolgt ist, kann man es sich schon leisten, eine Unterkunft abzufackeln um die Sozialleistungen etwas zu optimieren. Schliesslich hat das ganze Dorf/der ganze Clan eine Menge Geld in Schlepper investiert, um die nächsten Jahrzehnte Steuergeld aus Europa zu erhalten. Da reicht die griechische Sozialhilfe nicht für genug "Sicherheit", das man dort bleiben will.

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frieda (21. September 2016, 13:06)
Unsinn

Manchmal würde es helfen, das Brett der Vorurteile wenigstens zehn Zentimeter vom Kopf zu entfernen... Griechenalnd wäre evtl. ein akzeptabler Ort für Flüchtlinge, wenn sie denn dort a) bleiben könnten und eine Zukunft hätten und b) wenn sie in Lagern untergebracht sind, wenigstens einigermassen menschenwürdig versorgt würden. Letzteres wurden sie in diesem Lager nicht - das haben von der Uno bis zu Hilfswerken alle immer wieder kritisiert. Anzünden ist trotzdem keine Lösung. Und bleiben sollten diese Flüchtlinge auch nicht können, denn sie warteten dort nur auf die Rückschiebung in die Türkei. Griechische Sozialhilfe gibt's sowieso nicht. Die gibt's nicht einmal für Griechen - es gibt nämlich in Griechenland kein Sozialhilfesystem.

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