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Tagblatt Online
20. September 2016, 06:04 Uhr

Angeblich über 50 Menschen im Kongo getötet

Bei den Protesten gegen die Regierung in der Demokratischen Republik Kongo haben Sicherheitskräfte nach Oppositionsangaben weitaus mehr Menschen getötet als von den Behörden zugegeben. Mehr als 50 Menschen seien gestorben.

Das Oppositionsbündnis Rassemblement teilte am Montagabend in Kinshasa mit, Polizisten hätten mit scharfer Munition auf die Kundgebungsteilnehmer geschossen. Es rief für Dienstag zu Massenprotesten gegen Präsident Joseph Kabila auf. Die Regierung hatte zuvor von 17 Toten gesprochen; unter ihnen drei Polizisten.

Die Opposition macht in Kinshasa derzeit gegen Staatschef Kabila mobil, dessen Amtszeit am 20. Dezember endet. Die Opposition befürchtet jedoch, dass er an der Macht festhalten will. Kabila steht seit 2001 an der Staatsspitze. Gemäss der Verfassung kann er nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren. Allerdings gab es bislang keine Anzeichen, dass die Regierung eine Neuwahl organisiert.

"Die ganze Bevölkerung muss sich am Dienstag versammeln", forderte das Oppositionsbündnis in einer Erklärung. Es warf der Regierung ein "Abdriften in den Totalitarismus" vor.

UNO verurteilt

Die Demonstranten hatten am Montag "Kabila verschwinde!" gerufen und Steine auf die Polizei geworfen, die ihrerseits Tränengas einsetzte, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP aus Kinshasa berichteten.

Im Stadtviertel Limete wurden ein Bus und ein Auto in Brand gesetzt. Ausserdem verbrannten die Demonstranten ein grosses Porträt des Präsidenten. Auch in der zweitgrössten Stadt des Landes, Lubumbashi, gab es Spannungen zwischen Polizei und Opposition.

Innenminister Evariste Boshab sprach mit Blick auf die Kundgebungen von einer "Aufstandsbewegung" und "barbarischen Akten".

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die tödlichen Zusammenstösse verurteilt. Auch das US-Aussenministerium forderte alle Parteien zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts die geplante Präsidentenwahl auf. Die Regierung müsse alle Menschenrechte garantieren, einschliesslich des Rechts auf friedliche Demonstrationen, erklärte Sprecher John Kirby am Montag. (sda/afp)



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