Heiner Geissler ist tot

DEUTSCHLAND ⋅ Der frühere deutsche Minister und CDU-Generalsekretär Heiner Geissler ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren. Er war einst ein enger Weggefährte des am 16. Juni dieses Jahres verstorbenen Altbundeskanzlers Helmut Kohl.
12. September 2017, 13:52
Sein Sohn Dominik bestätigte am Dienstag Meldungen deutscher Medien über den Tod Heiner Geisslers. Unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier und Kohl (beide CDU) war Geissler von 1967 bis 1977 Sozialminister in Rheinland-Pfalz, anschliessend wurde er CDU-Generalsekretär. Als Kohl Kanzler wurde, berief dieser den promovierten Juristen 1982 zum Familienminister.

Der katholische Sozialexperte arbeitete an einem neuen Image der CDU als moderne Programmpartei und führte unter anderem ein Erziehungsgeld ein. Seine letzte ganz grosse Mission hatte Geissler, als er im Alter von 80 Jahren 2010 den Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21 schlichtete.

Geissler kam am 3. März 1930 − genau einen Monat vor Kohl − in Oberndorf am Neckar als Sohn eines Oberregierungsrates zur Welt. Vor seiner politischen Karriere war der Vater von drei Söhnen vorübergehend Mitglied des Jesuitenordens, dann Amtsrichter.

Als CDU-Generalsekretär verstand es Geissler, oft scharf gegen die politische Linke und die Friedensbewegung auszuteilen. Von ihm stammt der Ausspruch, dass der Pazifismus der 1930er Jahre Auschwitz erst möglich gemacht habe. In seinen späteren Lebensjahren vertrat Geissler selbst eher linke Positionen und wurde Mitglied des globalisierungskritischen Netzwerks Attac. Bis zuletzt äusserte er sich zu aktuellen politischen Themen. (sda)

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