Amerikanische Staaten uneins bei Venezuela

OAS ⋅ Gleich zu Beginn der Vollversammlung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) haben sich die Aussenminister des Staatenbundes beim wichtigsten Thema überworfen. Sie konnten sich am Montag nicht zu einer gemeinsamen Erklärung zur Krise in Venezuela durchringen.
20. Juni 2017, 05:54

"Das zeigt unsere Unfähigkeit, uns zu einigen, während in den Strassen von Caracas und vielen anderen Städten in Venezuela weiter Gewalt und Unterdrückung herrschen", sagte der mexikanische Chefdiplomat Luis Videgaray im mexikanischen Cancún. Bei erneuten Protesten in der venezolanischen Hauptstadt wurde ein junger Mann erschossen.

Die venezolanische Aussenministerin Delcy Rodríguez verliess das Treffen und erklärte, die Regierung des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro werde keinerlei Resolution akzeptieren. Venezuela hat bereits seinen Austritt aus der OAS angekündigt.

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto rief in dem Badeort an der Karibikküste zum Dialog auf. "Heute verlangt die Organisation von allen ihren Mitgliedern, wieder zu ihren Prinzipien und Werten zu stehen, die einst zu ihrer Gründung geführt haben", sagte der Staatschef.

Treffen ohne Tillerson

Während OAS-Generalsekretär Luis Almagro und Mitgliedstaaten wie die USA, Mexiko und Argentinien den venezolanischen Staatschef Maduro immer wieder für das harte Vorgehen gegen Demonstranten kritisieren, halten die linken Verbündeten Nicaragua, Bolivien und Ecuador zu der sozialistischen Regierung in Caracas.

Eine Reihe von Vermittlungsversuchen zwischen Regierung und Opposition sind bereits gescheitert. Die USA setzten anscheinend von Anfang an keine grossen Hoffnungen in das OAS-Treffen: Aussenminister Rex Tillerson kam erst gar nicht nach Cancún. (sda/dpa)


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