Al-Kaida-Anführer in Afghanistan getötet

AFGHANISTAN ⋅ Der afghanische Geheimdienst NDS meldet den Tod eines hohen Al-Kaida-Anführers. Omar Khetab sei bei Luftangriffen der US- und der afghanischen Streitkräfte getötet worden.
05. Dezember 2017, 09:39

Wo und wann der Mann starb, wurde aus der am Dienstag verschickten E-Mail des NDS nicht ersichtlich. Khetab habe eine wichtige Rolle beim Training radikalislamischer Taliban gespielt.

Die kontrollieren nach Militärangaben mittlerweile wieder rund 13 Prozent des Landes und kämpfen um weitere 30 Prozent. Khetab habe Kämpfer an schweren Waffen ausgebildet sowie Kurse zu Nachtoffensiven und Kommunikation gegeben, hiess es weiter.

In einer ganzen Serie von Luftschlägen in den Provinzen Gasni, Sabul und Paktia seien insgesamt 80 Al-Kaida-Mitglieder getötet und fünf "Hauptquartiere" zerstört worden. Die Angaben liessen sich nicht unmittelbar unabhängig überprüfen.

Das US-Militär, das 2001 in Afghanistan einmarschiert war, um die Gruppe hinter den Anschlägen vom 11. September zu verfolgen, hatte lange gesagt, dass sie dort auf "weniger als 100 Kämpfer dezimiert" worden seien. Experten wie die Autoren des Blogs "Long War Journal" bezweifeln das schon länger. Die NDS-Meldung lässt ebenfalls auf grössere Al-Kaida-Operationen schliessen als bisher bekannt.

Zuletzt war im März der pakistanische Al-Kaida-Anführer Qari Yasin in Afghanistan getötet worden. Yasin war unter anderem massgeblich an dem Bombenanschlag auf das Marriott Hotel in Islamabad 2008 beteiligt. (sda/dpa)


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