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NZZ Online, 07. Februar 2012 06:00:00

Was bringen Weingläser mit einer besonderen Beschichtung?

Die Frage der Woche

Was bringen Weingläser mit einer besonderen Beschichtung? Zoom

Was bringen Weingläser mit einer besonderen Beschichtung? (Bild: Imago)

Peter Keller

Frage

Hans Christoffel aus Lachen SZ hat von einem Kollegen gehört, dass es Gläser der Firma Eisch gebe, welche eine besondere Beschichtung hätten. Dadurch würde das Dekantieren überflüssig. Es nennt sich «Breathable Glass». Ist das wirklich so? Bringt diese Beschichtung wirklich einen entsprechenden Vorteil? Hans Christoffel erhält für diese Frage den Calisto 2007 von Stefano Berti. Dabei handelt es sich um einen Sangiovese di Romagna aus der Emilia-Romagna, bestehend aus 90% Sangiovese und 10% Cabernet Sauvignon. Der gelungene Rotwein aus einer kleinen Azienda wird mit wilden Hefen vergoren. Nachher reift der Calisto während eines Jahres in Barriques. Nur gerade 12'000 Flaschen pro Jahr werden hergestellt. Die Weinhandlung Archetti ( www.archetti.ch ) in Bassersdorf ZH stellt im Februar das italienische Gewächs zur Verfügung.

Antwort

Das Eisch-Glas mit der besonderen Beschichtung hat für viel Aufsehen gesorgt, aber auch für ebenso viel Juristenfutter, lieber Herr Christoffel. Die österreichische Firma Riedel hat gegen den deutschen Konkurrenten prozessiert. Sie stellte sich auf den Zeitpunkt, dass Gläser aufgrund ihrer molekularen Struktur nicht «atmen» können. Dieser Zustand suggeriert ja die Bezeichung «Breathable Glass». Offensichtlich hat sich dies wissenschaftlich nicht erhärten lassen. Und nach mehreren Jahren hat Riedel recht bekommen und den Prozess gewonnen. Somit liegt es auf der Hand, dass Gläser mit einer besonderen Beschichtung einfach eine geschickte Vermarktungsstrategie darstellen. Ich selber habe noch nie einen Wein aus einem Eisch-Glas degustiert. Braucht ein Wein Luft und Sauerstoff, und das kann ich aus eigener Erfahrung beurteilen, so lohnt es sich, den edlen Tropfen zwei, drei Stunden vor dem Genuss zu dekantieren. Auf dem Markt sind ja inzwischen sehr schöne Karaffen erhältlich. Aber praktisch sollten sie auch noch sein, denn mit dem Design allein ist es nicht getan.





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