Wandern für Tempobolzen

(Adrian Lemmenmeier)
WANDERPARADIES ⋅ Der Weg von Brülisau übers Plattenbödeli nach Weissbad führt über satte Wiesen, durch lichte Wälder und enge Kurven.
25. Oktober 2017, 16:32
Adrian Lemmenmeier

Die Wanderung im Überblick

Start/Ziel: Brülisau/Weissbad
Strecke: 12,6 Kilometer
Wanderzeit: rund 3,5 Stunden 
Aufstieg: 429 Meter
Abstieg: 536 Meter
Ausrüstung: Wander- oder Turnschuhe. Der Weg ist nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Gasthof Plattenbödeli, täglich geöffnet (vom 5. November bis 26. Dezember geschlossen); Gaststätte Ruhesitz (Mittwoch Ruhetag, vom 9. bis am 12. November geschlossen)
Parkplätze: Brülisau
Öffentlicher Verkehr: Anreise via Weissbad mit Zug und Bus
Kartenmaterial: 1:25000, Blatt 1115 Säntis. (al)
1 Brülisau Der Weg führt von der Bushaltestelle der Pfannenstielstrasse entlang in Richtung Süden.Einige hundert Meter geht es geradeaus. Rechts sieht man die bewaldeten Berge, von den Höfen her muht das Braunvieh. Am Ende der Strasse befindet sich der Parkplatz der Alpsiegelbahn. Hier macht der Weg einen Knick – horizontal und vertikal. Steil geht es übers Kies durchs schattige Brüeltobel hoch zum Plattenbödeli. Gefühlte 100-Prozent-Steigung.Zwei Rentner hängen an ihren Wanderstöcken. «Grüezimitenand.» 

2 Plattenbödeli Zwischen den herbstlich-roten Baumkronen sieht man immer wieder Felskuppen, am Wegrand plätschert der Bach.Das Gasthaus Plattenbödeli erreiche ich nach gut einer Stunde – bachnass. «Die Winzerrösti kann ich empfehlen », sagt die junge Frau mit dem grossen Portemonnaie. Mit Weisswein abgelöschte Rösti mit Käse für 24 Franken. Sie ist jeden Rappen wert. Gut gestärkt geht es weiter. Einige hundert Meter unterhalb des Restaurants Plattenbödeli liegt der Sämtisser- See. Unser Weg führt links daran vorbei durch einen lichten Wald. Sehenswert ist die kleine Freiluftkapelle am rechten Wegrand. Später geht es über eine saftige Wiese. Auf der linken Seite öffnet sich die Sicht hinunter aufs zersiedelte Appenzellerland. Rechts thront der Hohe Kasten.

3 Ruhesitz Vorbei an der Alp-Soll, wo sich manch Wanderer mit Käse, Butter oder Joghurt eindeckt, geht es weiter zum Gasthaus Ruhesitz. Gut fünfzig Minuten ist man vom Plattenbödeli unterwegs. Die Aussicht von der Terrasse ist wunderbar, man sieht bis zum Bodensee. Noch mehr Freude macht eine Tafel vor dem Restaurant: «Kickbikes zu vermieten», steht darauf geschrieben. Mit einem Trottinett ins Tal donnern?Welch geniale Idee für jene Leute, die beim Wandern den Abstieg am wenigsten mögen – und das sind die meisten.

4 Brülisau (Variante 1) Gehen Sie zu Fuss die geteerte Strasse nach Brülisau hinunter. Es dauert eine gute halbe Stunde.

5 Brülisau (Variante 2) Nehmen Sie ein Trottinett. Das kostet 15 Franken (inklusive Helm) und ist wesentlich schneller (ich benötigte 7 Minuten und elf Sekunden ins Tal). Damit auch Sie sicher runter kommen, sind hier fünf Tipps,die Sie beim Trottinett- Fahren in den Bergen beachten sollten: 1. Meiden Sie Kuhfladen. Fährt man mit vierzig Stundenkilometern auf einer Teerstrasse über einen vertrockneten Kuhfladen, schlägt das arg auf die Kniegelenke. Auch droht man, die Kontrolle über das Trottinett zu verlieren. Besonders gefährlich ist es,wenn die Kuhfladen innen noch feucht sind. 2. Kinder sind unberechenbar, auch auf dem Trottinett. Deshalb bei Überholmanövern abbremsen und gebührend Abstand wahren. 3. Brillenträger sind im Vorteil, denn der Fahrtwind bläst einem gerne kleine Insekten in die Augen. 4. Rindvieh ist gut fürs Tempo. Manchmal schrecken Kühe wegen der vorbeirauschenden Trottinette auf und verfolgen einen. Auch wenn sich die Kühe hinter einem Zaun befinden, motivieren sie, weiter zu beschleunigen. 5. Vergessen sie nach dem Zurückgeben des Trotinetts in Brülisau nicht, auch den Helm abzugeben – an der Bushaltestelle erntet man sonst dumme Blicke.

6 Weissbad Nach so viel Adrenalin setzen wir unsere Route gemächlich fort. In Brülisau führt der Wanderweg kurz vor der Brücke runter an den Horstbach. Nun geht es am Wasser entlang durchs Brüeltobel in Richtung Weissbad. Der Weg ist angenehm, nur einmal verlangt eine steile Treppe vom Wanderer eine letzte Anstrengung. In Weissbad angekommen, einfach den Schienen zum Bahnhof folgen – und nach Hause fahren.

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