Hörnli: Einmal rauf und einmal runter

(Hans Suter)
WANDERPARADIES ⋅ Wer Lust auf eine abwechslungsreicheWanderung hat, aber nicht den ganzen Tag dafür einsetzen kann, für den ist das Hörnli das idealeZiel: viel Fernsicht inmitten einermalerischen Landschaft.
24. August 2017, 05:00
Hans Suter

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Hulftegg
Strecke: 7,6 Kilometer
Wanderzeit: 2 Stunden (circa je 1 Stunde hin und zurück)
Aufstieg: 233 m
Abstieg: 233 m
Ausrüstung: Wanderschuhe oder robuste Laufschuhe
Gaststätten: Gasthaus Hulftegg, Di-Sa 8.30-22 Uhr; So 7-19 Uhr, Montag Ruhetag; Berggasthaus Hörnli, täglich geöffnet, September bis April ab 18 Uhr geschlossen.
Parkplätze: Gasthaus Hulftegg
Öffentlicher Verkehr: Postauto Bütschwil–Mühlrüti–Hulftegg (766 76 634)
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1093 Hörnli
1 Hulftegg Start-undSchlusspunkt dieser kurzen,aberabwechslungsreichen Wanderung ist der Hulftegg-Pass auf 954 Metern über Meer zwischen Mühlrüti (GemeindeMosnang SG) und Steg (Gemeinde Fischenthal ZH). Die Passstrasse verbindet seit 1867 das Toggenburg im Kanton St.Gallen mit dem Tösstal im Kanton Zürich. Der Pass bildet zugleich die Wasserscheide zwischen den Flusssystemen der Töss und der Thur. Auf seiner Passhöhe, die ganz im Kanton St.Gallen liegt, befindet sich das bei Fahrrad-und Motorradfahrern beliebte, gleichnamige Ausflugsrestaurant mit Postauto-Haltestelle und genügend Parkplätzen.

2 Schlattberg Die Wanderung ist gut beschildert. Zunächst führt sie rechts am Gasthaus Hulftegg vorbei in Richtung Schlattberg. Hier bietet sich in östlicher Richtung eine schöne Sicht auf die Wallfahrtskirche St.Iddaburg. Kurz nach dem Gehöft Schlattberg führt der Weg links auf einen schmalen Pfad durch Wald und Wiese und mündet in einer gut gepflegten Naturstrasse.

3 Regelsberg Am Fusse des Bechtenwalds führt die Strasse durch abwechslungsreiche, malerische Hügellandschaften. Bald schon türmt sich rechts der Regelsberg auf, während man links die Antenne auf demHörnli sieht. Der höchste Punkt des Regelsbergs liegt auf 1036 Metern über Meer und ist gekrönt von einem Baum, unter dem nicht selten eine Kuh den Schatten geniesst. Links unterhalb der Strasse liegt eine gut ausgebaute Feuerstelle.

4 Ergeten Nun ist der Blick frei auf die Alp Ergeten. Pro Natura St.Gallen-Appenzell konnte sie 1985 erwerben und führt seit 1986 in diesem Bergland zwischen Hulftegg und Hörnli einen Pionierbetrieb für extensive Sömmerung (Rinderalp). Die Fläche von 55 Hektaren besteht je zur Hälfte aus Wald und Weidegebiet. In den ersten Jahren ging es vor allem darum, sinnvolle Bewirtschaftungsmassnahmen zur Förderung der Artenvielfalt zu erarbeiten. Künftig wird vermehrt Wert auf die ökologische Aufwertung gelegt. Der grösste Teil der Waldfläche wird nicht genutzt und ist ein Naturwaldreservat. Beim Gehöft Ergeten gibt es eine Ausstellung dazu. Zum Schutz der Natur sind Wanderer gebeten, die Wanderwege nicht zu verlassen.

5 Silberbüel Wer die Ausstellung schon gesehen hat, der wählt bei der Weggabelung den direkten Wanderweg zum Hörnli, der links wegführt. Besucherinnen und Besucher der Ausstellung bleiben auf der Naturstrasse bis zum Gehöft Ergeten. Beide Wege führen beim Silberbüel wieder zusammen. Von nun führt die Wanderung auf dem Schwabenweg zum Hörnli hinauf. Dieser ist Teil des historischen Jakobswegs, der nachwie vor viele Pilger anzieht.

6 Hörnli Bis zum Aussichtspunkt ist es nicht mehr weit, doch die grössten Strapazen liegen noch bevor. Vom Silberbüel sind es zwar nur noch 1,2 Kilometer bis aufs Hörnli. Dazwischen liegen aber 174 Höhenmeter zu bewältigen. Der Weg ist zuweilen recht steil, liegt aber bis zum Zielpunkt im Schatten spendenden Wald. Die körperliche Anstrengung wird auf dem Hörnli belohnt mit einer herrlichen Rundsicht auf die drei Kantone Zürich, St.Gallen und Thurgau. Bei guter Sicht sieht man den Zürichsee ebenso wie die Glarner Alpen. Das Hörnli ist auch ein Wetter-Hotspot. Hier tritt etwa fünfmal pro Jahr Westföhn auf, der vor allem im unteren Toggenburg Temperaturanstiege bis zu 5 Grad Celsius beobachten lässt. Er ist schwierig zu prognostizieren, der Wind muss genau von Westen wehen. Nach der Einkehr im Berggasthaus Hörnli führt die Wanderung auf dem gleichen Weg zurück zum Gasthaus Hulftegg. Wer mit dem ÖV zur Hulftegg gereist ist, kann auch einen anderen Heimweg wählen.

Dateigröße : 5.43 MBytes.
Download : Jetzt herunterladen!!

Leserkommentare

Anzeige: